[…] Dem BP-Häuptling Tony Hayward möchte man einen ordentlichen Schuss Maschinenöl in die Suppe spritzen: Es ist doch so viel Suppe und so wenig Ă–l – das wirst du doch noch löffeln können, alter Stinkstiefel?! Nichts aber bringt die Giftschwaden aus dem Wasser, und die schwarze Milch des Todes sprudelt, sprudelt und sprudelt: Rohrbruch der Zivi´sation. Tut mir leid, Korallen. Entschuldigung, Schildkröte. Wir wollten es nur warm haben. Und ein bisschen Auto fahren. Vielleicht ein bisschen viel. Wir haben es halt gern quadratisch, glatt und glänzend. Wir können nicht mehr viel anfangen mit dem, was wächst, blĂĽht und vergeht. Bei uns wachsen nur Neurosen. Und Metastasen. Die vergehen nicht, sondern bringen uns um. Deshalb sind wir höchstens noch fĂĽr Wirtschaftswachstum. Denn das machen wir selber – auch wenn wir es genausowenig beherrschen wie irgendetwas anderes. Das Kreuchen und Fleuchen der vielen Wabbler und Wubbler, von denen wir kaum die Namen kennen, ist uns bestenfalls noch Bildschirmschoner-Deko bei der TV-Naturdoku zur Freizeitentspannung im zahlenfixierten B. Wusstsein. Wieviel Profit hast du heute? Was bist du wert auf dem Markt? Was bringt mir das, ĂĽber so etwas – oder ĂĽberhaupt irgendwas – nachzudenken? It´s the economy, stupid. ZĂ„HLT sonst irgend was? […]
Und so eine Demonstration unterirdischen journalistischen Niveaus veröffentlicht die “Welt” auch noch - da macht jeder Sechstklässer fĂĽr die SchĂĽlerzeitung bessere Interviews. Wahrscheinlich glaubt der Inteviewer noch stolz, er habe “kritisch nachgehakt”, wenn er auf Kindergartenniveau seine stereotypen “Aber trotzdeeeem…” - Hilflosigkeiten abgesondert hat, weil er auf argumentativer Ebene so offensichtlich garkeine Möglichkeit zu einer Entgegnung fand.
Nicht, dass es solche Möglichkeiten an der ein oder anderen Stelle nicht gegeben hätte. Aber es gehört halt dann auch etwas Hirnschmalz und Kompetenz dazu, diese Ebene auch zu bedienen. Da reicht es nicht, den Orwellschen Begriff des “Newspeak” mal gehört zu haben - da sollte man seinen Orwell wenigstens gelesen und auch verstanden haben.
Allerdings mĂĽsste dem Interviewer dieser Begriff dann freilich im Halse stecken geblieben sein, denn dann wĂĽsste er ja, dass er auf der Seite derer sitzt, die seit Jahren den Newspeak der neoliberalenLobbyorganisationen und derer Handlanger in den Parteien brav kritiklos ĂĽbernehmen, weitertragen und verbreiten. Ein Beleg dafĂĽr, wie unbehelligt von jeglicher Selbstreflexion, Kompetenz und Erkenntnis Journalismus inzwischen praktiziert wird ist deshalb dieses Interview. Nicht wegen dem, was Lafontaine sagt, sondern wegen dem, was man von dem Interviewenden da zu lesen bekommen muss.
Ich sehe bei den Medien immer weniger Leute, die das, was Journalismus mal sollte und wollte, noch können. Dieser Journalist gehört jedenfalls nicht dazu, im Gegenteil, er stellt für mich - mal wieder - einen weiteren Tiefpunkt für das aktuelle journalistische Niveau dar, das ich somit mal wieder noch ein Stück tiefer auf der nach unten hin offensichtlich völlig offenen Gammeljournalismusskala korrigieren muss.
Wobei ich nicht weiß, was ich schlimmer finde: das Niveau speziell des Interviewers oder dass es ein solches Stück Inkompetenz tatsächlich in die Öffentlichkeit schafft und damit bewiesen ist, dass es offensichtlich auch niemand anderen gibt, dem diese unterirdische Performance dieses Journalisten-Darstellers auffällt und die Dinge dahin befördert, wo sie hingehören: das Interview in den Müll und den Interviewer zu denen, die so einer wahrscheinlich, bis es ihn mal selbst erwischt, eh nur als Sozialschmarotzer begreifen will.
Wäre ja vielleicht heilsam. Nachdem die schleichende Abschaffung der Pressefreiheit ja ohnehin offensichtlich von den Medien selbst schon kaum bemerkt wird - bzw. - und das wiederum passt zum Kindergartenniveau - nur erst hinterher rumgeheult wird anstatt vielleicht mal vorher seinen verdammten Job zu machen.
Und ja, auch wenn da jemand anderes interviewt worden wäre als hier zufällig ein Oskar Lafontaine hätte ich diesen Eintrag geschrieben. Und schon, dass ich glaube, das dazuschreiben zu mĂĽssen finde ich ärgerlich, aber letztlich ja genau das Resultat auch dieses hier sichtbaren Tendenzjournalismus’ - und der Grund, warum mich sowas so auf die Palme bringt. Wer heute den “professionellen” Journalismus noch fĂĽr eine unabhängige, kritische und neutrale StĂĽtze der Demokratie hält, hält die Lobbyhure “Politiker” auch noch fĂĽr Volksvertreter.
Demnächst sind ja hier wieder Wahlen. Nein, ich habe noch nie Linkspartei gewählt. Allerdings bekomme ich langsam wirklich Schwierigkeiten. Ich fĂĽrchte, der Pispers hat recht, und auch dafĂĽr verachte ich die “etablierten Parteien” ebenso wie die neoliberale Gesinnungsjournallie. Ich bleibe dabei, ich bin nicht “links” (mal davon ab, dass diese Verortungen sowies inzwischen völlig obsolet geworden sind) - aber wenn ich die wählen will, die in vielen fĂĽr mich relevanten Punkten meine Meinung vetreten, also “Volksvertreter”, mich selbst als zum “Volk” gehörend definierend - dann bleibt mir ja fast nix anderes mehr ĂĽbrig?
Die Xenophoben-Partei mit den “jĂĽdischen Vermächtnissen” einerseits und notorischen Altnazis andererseits etwa, die erst soziale Einrichtungen abschafft, Schulen verhungern lässt und Lehererstellen kĂĽrzt, und dann im Wahlkampf plötzlich “Jugendverwahrlosung” beklagt (und mit “draufhauen” beantworten will), “Bildungsnotstand” und “Akademikermangel” ausmacht (und mit StudiengebĂĽhren reagieren will) und nach der Abschaffung von zig Lehrerstellen “mehr Lehrer” fordert und Wahlkampf mit ausländerfeindlichen Ressentiments ihre dumpfe Wählerzielgruppe zu bedienen sucht? Die schlieĂźt sich ja von selbst aus, die sind keine Lösung, denn sie sind die Ursache all der Probleme, die sie bekämpfen zu wollen behauptet - sie mĂĽssten sich ja selbst bekämpfen. Zumal ich diese fĂĽr die korruptesten von allen halte.
Die “Liberalen”? Ausgerechnet die, die fĂĽr alles stehen, was jetzt die komplette Weltwirtschaft in Schutt und Asche gelegt hat? Die nach wie vor “weniger Staat” rufen, trotz der Offensichtlichkeit dessen, wohin ein Staat, der sich der Wirtschaft unterordnet, fĂĽhrt? Die “Staat abschaffen” sagen aber damit “Gemeinwohl abschaffen” meinen? Die Solidarität und Chancengleichheit schon fĂĽr “Kommunismus” halten? Eine Partei, die verurteilte SteuerbetrĂĽger als qualifiziert fĂĽr einen Ehrenvorsitz erachten?
Die GrĂĽnen? Da schau ich kurz nach Hamburg und winke sowieso schonmal ab, mit den GrĂĽnen gibt’s am Ende noch Atomkraft und Flughafenerweiterung, hauptsache Regierung, die stehen doch wirklich fĂĽr nix mehr. Doch, fĂĽr Hartz IV - denn es war die Rot-GrĂĽne Koalition, die dieses Sklavensystem eingefĂĽhrt hat. Ich habe lange und regelmäßig - und durchaus ĂĽberzeugt - grĂĽn gewählt, ich bekenne. Ich dachte wirklich, die nehmen ihr Programm ernst. Naja, jeder kann sich mal irren. GrĂĽn jedenfalls hat bei mir genauso verschissen wie die SPD.
Womit wir bei der SPD wären. Die in meinen Augen asozialste Partei von allen - denn sie behauptet nach wie vor, fĂĽr “Sozialstaat” zu stehen, obwohl nicht mal Kohl in 16 Jahren es geschafft hat, den Sozialstaat in dem MaĂźe zu demontieren und Chancengerechtigkeit, Solidarität und alles, was ein demokratisches Gemeinwesen noch ausmachte, abzuschaffen, wie die SPD in den letzten Jahren. Vor der neoliberalen SPD stand der Sozialstaat schon kurz vor dem Abgrund. Die SPD hat ihn da mit dem menschenverachtenden System “Hartz IV” erfolgreich einen riesigen Schritt weiter gebracht. Hartz IV macht die SPD fĂĽr mich ebenso kategorisch unwählbar wie es die CDU/CSU in ihrer nationaltĂĽmelden Xenophobie und ihrer - von der SPD ja auch mitgetragenenen - Tendenz zu grundgesetzwidrigentotalitären Strukturen schon immer war.
Piratenpartei oder andere “andere”? Die PP ist noch nicht soweit. Ich finde es klasse (und habe das unterstĂĽtzt) und wichtig, dass sie es auf den Wahlzettel geschafft hat, vielleicht ist der ein oder andere Vertreter der PP auf lokaler Ebene auch wirklich schon eine Wahlalternative, aber eine Stimme fĂĽr die PP auf Landesebene wäre in meinen Augen verbrannt. Leider. Noch. Aber mal sehen, diese Wahl kommt zwar noch etwas zu frĂĽh fĂĽr ene PP, aber wenn ich das richtig beobachte ist das endlich mal wieder eine “Splitterpartei”, die sich zu etwas größerem entwickeln kann, ähnlich wie die GrĂĽnen mal vor langer Zeit.
Nachtrag: Wer glaubt, alle WELT-Peinlichkeiten gefunden zu haben kann ja mal mit Feynsinn vergleichen, der sich inzwischen die Mühe gemacht hat, das Geschwurbel aufzudröseln und zu kommentieren.
OK, ich fahre mit einem Auto rum, an dem an jedem Rad eine Schraube fehlt weil in meiner (Ex-)Werkstatt offensichtlich nur hirnlose Idioten arbeiten, das Finanzamt droht mit Zerschlagung der materiellen Existenz, ich schlage mich mit Handwerkern rum, die nicht verstehen, dass man nicht erwarten braucht, eine Leistung von vor vier Jahren, zu der ich nie eine Rechnung erhalten habe, je bezahlt zu bekommen, meine Tage könnten im Moment aus 36 Stunden bestehen und ich wĂĽsste immer noch nicht, wie ich alles, was so ansteht, irgendwie rechtzeitig erledigt bekommen könnte, RĂĽcken, Schulter und Nacken sind ein einziger steinerner Klumpen, was durch geschickte Schonhaltung aauch auf die HĂĽfte geht, so dass ich auch noch rumhumple wie ein alter Mann, wenn ich länger als 10 Minuten irgedwo gesessen habe, auch diesen Monat bleibt nix an Kohle ĂĽbrig, weil wie jeden Monat irgendwelche größeren Sonderposten das Konto leeren, diesmal halt in Form der Nebenkostenabrechnung, aber wie der Posten heiĂźt ist ja schon egal, langsam….
….Das alles halte ich schon irgendwie aus. Und irgendwie bekomme ich das auch geregelt, auch wenn ich im Moment das GefĂĽhl habe, fĂĽr jeden Brocken, den ich wegräume, zwei neue hingelegt zu bekommen.
Aber DAS ist zuviel! Katastrophe! Weltuntergang! That’s Armageddon! Samuel L. Bronkowitz’ furchtbarste Visionen werden wahr! QUASI!!! weiterlesen »
Und komm mir niemand mit “Und die anderen?” - jeder Einzelne zählt. Und es zählt, Einzelne nicht allein zu lassen . Wenn das nämlich viele auch in ihrer Umgebung tun gibt es auch nicht mehr so viele “andere”.
Niemand verlangt von Einzelnen, die ganze Welt zu retten oder allen gleichzeitig zu helfen, die Hilfe brauchen. Aber wenn jeder Einzelne dort, wo er ist, tut, was er kann, für seine konkrete Umgebung und in seiner konkreten Erreichbarkeit, dann ist am Ende vielen geholfen. Viele Einzelfälle ergeben am Ende auch ein Ganzes.
Von denen, die zu einem großen Teil verantwortlich sind für diese Lage, Änderungen im Großen zu erhoffen ist schon lange müßig. Deshalb müssen wir im Kleinen zusammenhalten. Und wer weiß, vielleicht bringt uns die Erfahrung, dass das tatsächlich etwas bewirkt dazu, die anderen, denen das Kleine wurscht ist, weil sie sich für so groß halten, irgendwann auf ein neues Maß zurecht zu stutzen.
Aber solange das noch nicht der Fall ist müssen wir zusehen, dass in unserer Umgebung niemand durch den Rost fällt, wenn wir es verhindern können. Ich denke, das gehört sich einfach, aus Respekt vor dem Leben. Und aus Liebe. Was am Ende das selbe ist.
Wenn es kälter wird muss man zusammenrücken. Wer einen frierenden wärmt erhält sich selbst auch mehr Wärme und gerät weniger in Gefahr, selbst auszukühlen und zu erfrieren.
P.S.: es hat auch niemand was dagegen, wenn Ingos Geschichte auch auf anderen Blogs oder Foren weitererzählt wird und auch die ein oder andere Spende getätigt würde, egal ob Geld oder Ding. Und ja, bei solchen Themen neige ich zu Gefühligkeiten, lebt damit.
Da will ich doch mal kurz dran erinnern, dass man auch bei “uns Deutschen” bitte genau hinschauen sollte, wem man da welche “Verantwortungen” zu ĂĽbertragen bereit ist - vor allem, wenn dieser sie so vehement selber haben möchte…
Jaja, es gab und gibt auch andere, jaja, die Russen und Chinesen, jaja, die Amis selber - ja, die sind schon dabei. Blöd genug. (Schöner wär’s, da Leute zu haben, von deren Boden in den letzten 100 Jahren kein Krieg ausging - ja, die gibt’s.). Kann man schwer wieder rĂĽckgängig machen. Wenn’s aber noch nicht so weit ist, dass man was zurĂĽcknehmen mĂĽsste ist ein genaueres Hinschauen ja nicht nur nötig, es kann sogar noch was bringen. Eben bevor man auch da schwer wieder was rĂĽckgängig machen kann.
Nein, ich bin nicht “Antideutsch”. Und ich bin nicht der Meinung “Deutsche” seien “gefährlich” oder gar “böse”. Jedenfalls nicht gefährlicher oder böser als alle anderen Menschen auf der Welt.
Aber ich bin misstrauisch. Man neigt ja schon dazu, sich was vorzumachen, wenn man einen Fehler erkannt hat und glaubt, ihn allein dadurch schon nicht nochmal zu machen. Wie ist das dann, wenn ich schon nicht einmal so sicher sein kann, ob der Fehler (bzw. dessen Ursache) ĂĽberhaupt schon als solcher erkannt wurde?
NatĂĽrlich steckt es nicht “in der deutschen Seele”, diese “Krankheit”, die Welt beherrschen zu wollen. Und man muss kein Deutscher sein, um von dieser Krankheit befallen zu sein. Der Film ist in diesem Punkt, als propagandistischer “Lehrfilm”, natĂĽrlich platt, oberflächlich und unreflektiert - und macht es sich da in mancher Deutung (zu) einfach. Aber in einem Punkt macht er eines schön bewusst, das bei der Knoppisierten “das vom Monster verfĂĽhrte Volk”-Version der Geschichte inzwischen schön unter den Tisch gefallen ist: ohne ein Volk, das sich “fĂĽhren” lässt gibt es auch keine “FĂĽhrer”. Ohne den RĂĽckhalt der “normalen Deutschen” wäre dieser Schmierenkomödiant aus der tiefsten Provinz nicht weit gekommen. Und er beweist damit aber auch ein weiteres:
Diese Krankheit befällt meist gerade dann gerade die, die glauben, ihr gegenüber immun zu sein.
Wie gesagt, da bin ich lieber misstrauisch. Das hält die Aufmerksamkeit aufrecht. Auch die gegenüber den eigenen Fehlern und deren Ursachen. Und motiviert, Dinge zu hinterfragen und gegebenenfalls einfach mal anders zu machen.
[…] Der [Schäuble] hatte im Gespräch mit der “Zeit” zuvor gesagt: “Lesen Sie einmal das Buch Selbstbehauptung des Rechtsstaats von Otto Depenheuer, und verschaffen Sie sich einen aktuellen Stand zur Diskussion.”
Hofmann tat, wie ihm geraten. Und schrieb dann: “In eine geradezu paranoid anmutende, extrem hermetische Gedankenwelt sieht man sich versetzt von dem Autor, einem Juraprofessor aus Köln, Direktor des Seminars fĂĽr Staatsphilosophie und Rechtspolitik.
Highnoon ist nichts dagegen. Jener Zusammenprall der Kulturen, der Samuel Huntington zufolge droht, er findet aus Sicht des Autors längst statt. Mitten im »Zeitalter des Terrorismus« befänden wir uns, seien mit der »Realität eines weltweiten BĂĽrgerkriegs konfrontiert«…
Wenn der Rechtsstaat selbst auf dem Spiel steht, gibt es keine »Grenzen«, lautet die Kurzfassung der Antwort Depenheuers auf die Frage, die Schäuble nicht stellt…
So vollkommen dichotomisch ist dieses Weltbild, dass nur noch Freund oder Feind ĂĽbrig bleiben: Hier der Westen, dort der islamische Terror…
»Verfassungspatriotisch gestimmte BĂĽrger allein«, die den Staat im Konfliktfall »im Stich lassen«, hĂĽlfen nicht weiter, argumentiert Depenheuer. Man muss den Staat auf Krieg umrĂĽsten. Die Feinde kommen nicht mehr von auĂźen, sie kommen von innen. Der harmlose Nachbar von nebenan kann es sein. Alles potenzielle Schläfer, alles Verdächtige…
Einfach geht es in dieser Denkhöhle zu, und meist gibt es alles nur im Singular. Den Feind. Die Ausnahme. Das Opfer. Den Westen. Den Terror.
Die Herausforderung. Fast nichts hat einen Namen, nichts ein Gesicht. […]
Gruselig, das.
Aber wundern muss einen da natĂĽrlich dann nix mehr.
Ich hätte gern, dass die komplette politische Kaste ausgetauscht wird! Gegen Leute, die noch selber denken. Und keine gehirngewaschenen Schwarz- Weiß- Welt- Fundamentalisten! Jetzt! Sofort!
Ich glaube, anders kommen wir hier nicht mehr auf einen grünen Zweig, die Verdummung ist einfach zu umfassend in Breite wie in Tiefe, man könnte meinen, dort ist Lobotomie Einstellungskriterium. Bevor noch irgendeiner total abdriftet in den völligen Wahnsinn und wirklich noch was kaputt macht was man nicht wieder reparieren kann.
Nachtrag: Herr Baum scheint da eine weitere Quelle der Inspiration ausgemacht zu haben:
[…] Die beiden CDU-Minister Wolfgang Schäuble und Franz Josef Jung hätten sich “jetzt offenbar fĂĽr eine konzertierte Aktion zur EinfĂĽhrung des Feindstrafrechts entschieden”, kommentiert er die jĂĽngsten Ă„uĂźerungen zum Abschuss gekaperter Passagiermaschinen. Beide, so Baum weiter, handelten damit “im Sinne des Nazitheoretikers Carl Schmitt, der die These vertreten hat: “Um Recht zu schaffen, muss man nicht Recht haben”. Der Ausnahmezustand solle zur Regel werden, so der FDP-Politiker Baum in seiner Erklärung […]
Nicht jedes Lebens- oder Gesellschaftsmodell verdient es, im Zeichen der Pluralität gleichermaßen gefördert zu werden.
Und das da ist ja wohl eine Geschichtsklitterung ohne Gleichen: die Menschenrechte sind aus der Aufklärung entstanden. Nicht aus dem christlichen Menschenbild. Sondern diesem zum Trotz und gegen eine bis dahin christliche Obrigkeitherrschaft mit einigen Opfern durchgesetzt.
Die aus dem christlichen Menschenbild entstandenen Menschenrechte sind universell gĂĽltig und dĂĽrfen nicht in Frage gestellt werden.
Ja, ohne das Christentum gäbe es keine Auflärung in der Form, wie sie stattfand: denn sie wäre so nicht nötig gewesen. Unfreiwillig richtig, wenn man es wörtlich nimmt und die “Entstehung” rein kausal als “Anlass” versteht…
Na denn, auf zum voraufgeklärten Gottesstaat mit Ketzerparagrafen und Ungleichbehandlung auf Grund Religion, sexuellen Orientierungen oder was auch immer.
Das schlimme ist: ich fürchte, diese C-Politiker glauben wahrscheinlich tatsächlich, sich mit diesen mittelalterlichen Vorstellungen, die sie keinen Meter von dem ihrer erklärten Feindbilder, den bösen Gottesstaat-Moslems unterscheidet, im Rahmen des Grundgesetzes zu bewegen und humanistische Werte zu vertreten, obwohl ja wirklich das Gegenteil der Fall ist und die Durchsetzung solcher Weltbilder faktisch die Abschaffung von Aufklärung und von Gleichwertigkeit geprägtem Menschenbild und -recht bedeutet - und zwar überdeutlich und unmissverständlich, wenn man sich die Formulierung der Aussagen dieser Leute durchliest, denn genau das wird doch da direkt und unverblümt ausgesagt. Wie weit muss da die Reflexionsunfähigkeit schon gediehen sein um so eine unglaubliche Verschiebung in der Selbstwahrnehmung zu ermöglichen?
Ob’s was nĂĽtzt, denen auch noch ein paar Grundgesetze zu schicken, so als Erinnerung, was hier (noch) an Grundwerten gilt - zumindest solange, bis die ihre “Leitkultur” dagegen durchgesetzt haben?
Die Unterschrift unter ein Todesurteil bringt niemanden um
BMW wirbt für sein Auto mit “niedrigen CO2-Werten�
Die Unschuldsvermutung gefährdet den Bürger, besser ist es, ihn stattdessen generell zu verdächtigen und ihn auf dem Einwohnermeldeamt präventiv erkennungsdienstlich zu behandeln. Das hat auch mit dem Strafrecht überhaupt garnichts zu tun
Folter, die wer anderes macht, bringts. Und Unrecht ist sie dort nicht, solange sie dort nicht verboten ist, sonst wäre sie dort ja verboten
Säkularisation und Aufklärung sind Errungenschaften des Christentums
Wenn 2010 30% der Kleinkinder einen Krippenplatz haben gibt es keine Familien mehr, in denen ein Partner die Mutter zuhause bleibt und sich um Kind & KĂĽche kĂĽmmert. Denn dann mĂĽssen alle ihre Kinder in die Krippe bringen, ob sie wollen oder nicht.
Wenn es der Wirtschaft schlecht geht soll man bescheiden sein mit seinen Forderungen, damit es besser wird und es dann wieder allen besser geht. Wenn es der Wirtschaft gut geht soll man bescheiden sein mit seinen Forderungen, damit das so bleibt.
Demokratisch gewählte Volksvertreter, die Maßnahmen gegen den Willen des größten Teils der Bevölkerung durchboxen, sind gute Volksvertreter
Datenschutz bringt Unsicherheit
neu dabei
Aufschwung ist, wenn es denen, denen es auch in der Krise nie schlecht ging, jetzt endlich besser geht
Dinge verschwinden durch Augen schlieĂźen oder nicht hingucken
Wenn man Leuten deutlich genug verbietet, irgendwo hinzuschauen, so ist dort nichts
Staatliche Überwachung und Speicherung privater Kommunikation stärkt Bürgerrechte
und weiter:
Atomkraftwerke und erhöhte Leukämiehäufigkeit um solche herum haben nichts miteinander zu tun. Killerspiele, die von Millionen gespielt werden, verursachen Amokläufe.
Disclaimer: Achtung, hier folgen Klischees, Pauschalierungen, Stereotypen und Vereinfachungen, die sämtlichen beteiligten Personen natürlich niemals nicht gerecht werden!
Wie ich ja schon angekündigt hatte, konnte ich beim Besuch in England einige meiner Beobachtungen und Überlegungen zur Frage, was für sonderbare Leute da draußen in der Welt so herumlaufen, abgleichen. Mir ist klar, dass der Blickwinkel, fixiert auf einen einzigen Aspekt, sehr eng und spezifisch ist, aber das macht’s halt auch etwas simpler, und um etwas komplexes zu überblicken ist es meiner Erfahrung nach hilfreich, erstmal stark zu vergröbern und zu simplifizieren.
So genau weiß ich noch nicht, ob ich mich jetzt darüber freuen oder erschreckt sein soll, dass ich einige meiner Theorien, die bislang auf persönlicher Erfahrung in einem persönlichen Rahmen basierten, auch im anderen Bereichen bestätigt finden durfte (oder musste). Ich denke, ich freue mich eher, denn das macht es einfacher, ein paar simple Muster herauszuarbeiten und so ein wenig Linie in meinen Gedankensalat hineinzubringen. Darum werde ich mal versuchen, diesen ganzen Wust auf wenige Muster herunterzubrechen, so einfach und pauschal wie möglich und so unvollständig, wie es dadurch halt auch wird. Es ist also erstmal nichts weiter als “laut ins Unreine gedacht�.
Und so beginne ich gleich zu Anfang mit einer Pauschalierung, die postuliert, dass es eine Gruppe “normalerâ€? Menschen in einer “normalenâ€? Realität gibt, ohne auch nur im Geringsten auf die Frage nach “was ist normal?â€? und “Was ist Realitätâ€? oder gar “Gibt es eine allgemeine Realitätâ€? einzugehen weiterlesen »
Im Moment passiert so viel, bei mir persönlich, aber auch auf den Ebenen, die mich interessieren und die ich normalerweise mit meinem Senf bedenke (Stichworte “Sicherheit�, Soziales, Gesellschaftliches, aber auch Kulturelles, Internationales usw. usf.) dass ich nicht mehr hinterher komme, das hier irgendwie abzuarbeiten - bis ich dazu käme, mal ein paar Worte über dies oder jenes zu verlieren hat sich die Welt schon wieder weiter gedreht, so dass mir alles, was ich so im Kopf hatte, bis ich mal wieder zum Schreiben komme, “veraltet� vorkommt.
Ich möchte euch was darüber erzählen, dass ich jetzt wieder Musik mache und Schlagzeug spielen werde, so richtig vor Publikum, ich möchte mich auslassen über die Unfähigkeit der Politik, Dinge zu tun anstatt nur Gelegenheiten zu nutzen und zu re-agieren, kurzsichtig und kurzfristig und mechanistisch, ohne echten Plan und ohne Perspektive und echtes Ziel, ich möchte von meinen Erfahrungen berichten, Dinge “geschehen� zu lassen anstatt sie durchgegeplant zu forcieren, und die dadurch schneller und effektiver dahin führen, wo man hin will, weil, wenn Entwicklungen nicht durch einen Plan vorgegeben sind, sie den Raum haben, sich über Wege zu realisieren, die man selbst garnicht sehen kann und die einem deshalb wie unglaubliche Zufälle vorkommen… ich hätte grade so viel zu erzählen, dass ich nicht weiß, wann, was und wie.
Mal sehen - um den letzten Punkt aufzugreifen: ich habe ja jetzt einen Wunsch geäußert, den lass’ ich jetzt mal laufen, dann wird sich die nächste Zeit auch die Gelegenheit ergeben, dies auch zu tun. Solange ich es schaffe, nicht selbst dafür sorgen zu wollen, mir diese Gelegenheit zu erarbeiten sondern der Welt den Raum lasse, sie mir einfach zu geben…
Denn dieses Nicht-hinterher-kommen - ich genieße es andererseits auch gerade sehr….
Wie man es macht und wie man es nicht macht auf einen Blick: spreadshirt zeigt auf einen Fall einer Abmahnung eines Kunden, der sich dort ein T-Shirt mit einem Schriftzug, der u.a. auch “WM 2006″ enthielt, bastelte, großartige Kundenansprache und die FIFA zeigt, wie man auch noch den letzten Fan, das sind die, von denen die FIFA lebt und die letztlich ihre Gehälter zahlen, dazu bringt, sich ein anderes Hobby wie Töpfern oder Häkeln zu suchen - hier beim bembelkandidaten oder bei Robert Basic. Lernen durch Anschauung.
[…] Dann boykottiert doch einfach den ganzen Mist. Nicht hingehen, keine “public-viewing-areas� besuchen, nicht im TV anschauen, keine Produkte mit Fußballwerbung kaufen und ansonsten jeder Person erzählen, welche pseudo-faschistischen Irren wirklich dahinter stecken. […]
keine Sorge, netterweise sind die FIFA-Sponsoren ja so überdeutlich (alle anderen werden überklebt oder sonstwie “verbannt�), dass es ein Leichtes ist, zu wissen, wem ich was abkaufe und wem nicht…
jo, geht mir ähnlich. mittlerweile bin ich manchmal, auch nur manchmal(!), den hinweisen dankbar, daß sie mich daran erinnern, was ich nicht nutzen oder kaufen sollte - bei der bahn als quasi-monopolist fällt es natürlich schwer…
Genau. Einfach versuchen 1 Woche normalen Alltag zu machen, ohne einen Fußball zu sehen oder ein einziges FIFA lizenziertes Wort zu hören… Geschweige denn zu sprechen…
Don’t care if we lose, don’t care if we win
Don’t care if we sink, don’t care if we swim
Don’t care if we lose, don’t care if we win
’cause YOU’RE GONNA GET YOUR FUCKIN’ HEAD KICKED IN!
naja, mit der Hool-�Kultur� und deren Drang, sich mit Gleichgesinnten (in dem Punkt ist das für mich ja sogar akzeptabel, auch wenn ich das nicht nachvollziehen können muss, vorausgesetzt, dass die wirklich “unter sich� bleiben, jedem Tierchen sein Pläsierchen) zu prügeln kann ich sehr wenig anfangen. Ist ähnlich wie mit manchen Musikstilen - nicht meins…
Die Fifa scheint sich an dem BGH-Urteil nicht weiter zu stören und lässt Fußballfans abmahnen, welche T-Shirts in ihrem Onlineshop mit in dem Urteil genanten Beschriftungen aufgenommen haben.
Ich schaue mir gerade wieder eine weitere Folge Ehrensenf an. Dort wird von Michael (Name von der Redaktion geändert) berichtet der von der FIFA Abgemahnt wurde da er sich ein T-Shirt mit folgender Aufschrift drucken lies:
[…] Somit empfehle ich allen, die das, was Blatter & Co. so tun, um ihre und der Sponsoren Interessen zu wahren, gut finden, bei den nächsten Einkäufen peinlich genau drauf achten, nur noch Waren mit jenem offiziellen Logo in den Einkaufswagen zu tun… […]
| | | z e n z i z e n z i z e n z i c a r m e e f r a k t i o n | meint dazu:,
27. May, 2006
@ 19:57
[…] Dann boykottiert doch einfach den ganzen Mist. Nicht hingehen, keine “public-viewing-areas� besuchen, nicht im TV anschauen, keine Produkte mit Fußballwerbung kaufen und ansonsten jeder Person erzählen, welche pseudo-faschistischen Irren wirklich dahinter stecken. […]
Sven meint dazu:,
27. May, 2006
@ 20:56
keine Sorge, netterweise sind die FIFA-Sponsoren ja so überdeutlich (alle anderen werden überklebt oder sonstwie “verbannt�), dass es ein Leichtes ist, zu wissen, wem ich was abkaufe und wem nicht…
bembelkandidat meint dazu:,
28. May, 2006
@ 03:45
jo, geht mir ähnlich. mittlerweile bin ich manchmal, auch nur manchmal(!), den hinweisen dankbar, daß sie mich daran erinnern, was ich nicht nutzen oder kaufen sollte - bei der bahn als quasi-monopolist fällt es natürlich schwer…
WorldCupBehaviour.de meint dazu:,
28. May, 2006
@ 06:47
Genau. Einfach versuchen 1 Woche normalen Alltag zu machen, ohne einen Fußball zu sehen oder ein einziges FIFA lizenziertes Wort zu hören… Geschweige denn zu sprechen…
Felix Deutsch meint dazu:,
29. May, 2006
@ 22:55
Don’t care if we lose, don’t care if we win
Don’t care if we sink, don’t care if we swim
Don’t care if we lose, don’t care if we win
’cause YOU’RE GONNA GET YOUR FUCKIN’ HEAD KICKED IN!
http://www.ukhh.com/features/lyrics/first_offence-hooligan.html
Sven meint dazu:,
30. May, 2006
@ 00:07
naja, mit der Hool-�Kultur� und deren Drang, sich mit Gleichgesinnten (in dem Punkt ist das für mich ja sogar akzeptabel, auch wenn ich das nicht nachvollziehen können muss, vorausgesetzt, dass die wirklich “unter sich� bleiben, jedem Tierchen sein Pläsierchen) zu prügeln kann ich sehr wenig anfangen. Ist ähnlich wie mit manchen Musikstilen - nicht meins…
Adben meint dazu:,
30. May, 2006
@ 11:32
Abmahnungen - never ending story
Die Fifa scheint sich an dem BGH-Urteil nicht weiter zu stören und lässt Fußballfans abmahnen, welche T-Shirts in ihrem Onlineshop mit in dem Urteil genanten Beschriftungen aufgenommen haben.
Weiterlesen
t00lz.de Blog meint dazu:,
1. June, 2006
@ 21:40
Schreib doch mal wieder an die FIFA …
Hallo zusammen.
Ich schaue mir gerade wieder eine weitere Folge Ehrensenf an. Dort wird von Michael (Name von der Redaktion geändert) berichtet der von der FIFA Abgemahnt wurde da er sich ein T-Shirt mit folgender Aufschrift drucken lies:
“WM 2…
sagichdoch? » Weltmeisterschafts-Ware meint dazu:,
6. June, 2006
@ 11:20
[…] Somit empfehle ich allen, die das, was Blatter & Co. so tun, um ihre und der Sponsoren Interessen zu wahren, gut finden, bei den nächsten Einkäufen peinlich genau drauf achten, nur noch Waren mit jenem offiziellen Logo in den Einkaufswagen zu tun… […]