Die BBC-Doku “Propaganda in America�, die auf YouTube in 6×10min-Häppchen aufgeteilt ist, beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der sogenannten “Public Relation� ausgehend von Freud und der “Entdeckung� der Psychologie, die sich schnell nicht nur mit dem Individuum beschäftigte sondern auch mit der sogenannten “Masse�, bis zu dem, wie sich PR als Manipulations-, Lobby- und Themensteuerungsinstrument heute darstellt.
Eine interessante Dokumentation (und Analyse), zum einen für’s historische Interesse an Politik, Wirtschaftsentwicklungen und gesellschaftlichen Phänomenen, zum andern natürlich auch für’s “fachliche�, egal ob es sich um das Themenfeld Werbung, PR oder Psychologie handelt - oder um Politik oder Soziologisches.
Persönlich empfinde ich viele der implizierten Rückschlüsse für etwas weit gehend, man könnte am Ende meinen, der Mensch wäre der PR “schutzlos ausgeliefert� und könne tatsächlich beliebig manipuliert werden, da habe ich einfach einen andere Einstellung zu dem, was ich “freien Willen� nennen möchte.
Zum anderen scheint mir das Teil hin und wieder in eine Wahrnehmungsfalle zu rutschen, der vor allem Verschwörungstheoretiker gern erliegen, nämlich, dass Entwicklungen im der Rückschau schnell “gradlinig� und damit geplanter und “gewollter� erscheinen als sie waren - Folgerichtigkeiten einer Entwicklung entstehen auch ohne bewusste Steuerung und nicht jede Kausalität ist eine, die jemand bewusst und zielgerichtet angestoßen hat. Dinge gehen auch mal ihren Gang und führen zu Folgen, ohne dass Involvierte da Hand anlegen - oft genug gar “trotz� deren Aktivitäten.
Bei Entwicklungen sieht man halt im Rückblick nicht mehr irgendwelche Kreuzungen und Abzweigungen, die in die andere Richtung gesehen Wegen verschiedene Richtungen und Richtungswechsel verpassen, egal, ob die Abzweigungen bewusst gewählt wurden oder es mehr oder weniger eine Windböe zu dieser Zeit war, die die Schritte nach links oder rechts weiterlenkten. weiterlesen »
Einmal hat Karan mir noch ein Wien-Foto geschickt, das meine Haltung zu Mozart recht gut wiedergibt (nach dem “weiterlesen�-Link).
Dann - den unten erwähnten Song auf meinem MySpace-Profil habe ich ausgetauscht mit einer Aufnahme “live aus dem Proberaum�, so dass tatsächlich jetzt auch mal mehr Schlagzeug von mir zu hören ist.
Das vierte Lied auf der MySpace-Seite der Singvøgelwollen wir immer mal wieder mit aktuellen Probemitschnitten befüllen, sozusagen als Appetithäppchen - der Song, der da im Moment zu hören ist (Haut an Haut) ist z.B. ein komplett Neuer, den gibt’s dann auf dem nächsten Konzert das erste mal live
Nachtrag: ach was, ich knall’ ihn hier einfach auch noch mal hin. Wie gesagt, ist ein Probemitschnitt, keine superdupergemischte Studioaufnahme
Sonst noch was?
Achso, nein, auf irgendwelchen Dächern hockende irgendwelche Leute interessieren mich nicht, auch wenn unsere tollen Profimedien auf diese Trollerei anspringen wie Motten auf’s Licht. Aber die haben ja scheint’s sonst nix zu tun, jedenfalls, wenn ich so sehe, über was da so berichtet wird, in epischen Ausmaßen - und über was nicht.
OK, bei den Amis haben die Demokraten einen Sitz mehr im Kongress, das ist erfreulich. Mal schaun, was sie damit machen. Aber wer darüber genaueres wissen will schaut am besten eh in amerikanische Blogs rein, da kriegt man wenigstens was mit.
Oder deutsche Blogs, denn von den Nazi-Polizisten habe ich natürlich noch nix in unserem Qualitätsfernsehn gehört, sowas find’ ich in Blogs.
Juhuu, endlich haben wir unsere eigenen Terroristen, endlich Sondersendungen, Überschriften wie “Der Terror ist in Deutschland angekommen” zieren die Gazetten, das ganze auch noch rechtzeitig zum Ende der politischen “Sommerpause”, so dass man auch dort ein Thema hat, auf das man sich stürzen kann, um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, etwa dringende Probleme wie Kinderarmut (die ja auch “nur” ein Symptom für viel größere Probleme ist), eine boomende Selbstbedienungs-Wirtschaft, die an der Bevölkerung völlig vorbeigeht, das Bildungs-Desaster und was da sonst noch so an kleinen und großen Aufgaben dräut angehen zu müssen.
Oder zugeben zu müssen, dass man weder Plan oder Interesse hat, da ran zu gehen, letzteres auch, weil man unter Umständen schon an der Karriere nach der Karriere bastelt?
Denn irgendwie stimmt es schon komisch, wenn Ex-Politiker plötzlich in Vorständen oder Aufsichtsräten von Konzernen oder Lobbyverbänden auftauchen, wie als rein zufällig herausgegriffenes aktuelles Beispiel ein Herr Schilly, seiner Zeit zufällig derjenige, der den E-Pass einführte und nun zufällig in den Aufsichtsräten von Byometric Systems AG und SAFE ID Solutions sitzt - Firmen, die im Bereich Iriserkennung und Hard- und Softwareproduktion für biometrische Reisepässe tätig sind (via). Ein Schelm, der sich was Böses dabei denkt…
Jedenfalls haben “wir” endlich eigene Terroristen, und endlich können die “Sicherheitsexperten” und vor allem jene, die sich dafür halten wieder mit ihren Wünschen und Begehrlichkeiten hausieren gehen, kräftig unterstützt von Medien (nicht alle, es gibt positive Ausnahmen, die genauer hinschauen, was da - auch von den Kollegen - plötzlich unreflektiert gefordert wird), die sich überschlagen mit neuen Spekulationen (denn irgendwas fundiertes wissen die ja auch nicht wirklich) und Bedrohungsszenarien, nach denen morgen schon der Wochenmarkt in Dingdongfliesingen oder Hinterwaldklabusterungen Ziel eines Massakers sein könnte, dem Tausende, nein Millionen zum Opfer fallen werden.
Und so ruft alles nun nach noch mehr Überwachungskameras (Ja wie, haben nicht die, die es schon gibt, zu dem Fahndungserfolg geführt, wie die Spindoctors uns gerne Glauben machen würden? Mal davon ab: haben sie nicht, denn der Typ wurde ja nicht von Kameras sondern auf Grund eines Tipps des libanesischen Geheimdienstes gefasst. Geht aber grade wieder unter, natürlich. Und was sollen die verhindern??? Selbstmordattentäter, die sich denken “Mist, wenn ich mich dort hinten sprenge kriegen sie mich, weil sie mich dann auf Band haben…”???), natürlich sollen alle möglichen Daten nun länger und vor allem schön zentral archiviert werden, am besten digital, so dass noch in zwei Jahren das Material biometrisch durchforstet werden kann und Finanzämter Fahnder feststellen können, wo jeder, dessen Foto eingespeist wird, zu einem bestimmten Zeitpunkt war (man kann das ja dann mit den Einlogdaten des Handys abgleichen und mit den Erfassungen der Kameras des Mautsystems oder so) - wer nichts zu verbergen hat, dem sollte das ja nix ausmachen, gelle?
Im Radio faseln sie sogar völlig schmerzbefreit über bewaffnete Zugbegleiter - juhuu, der erschießt dann die Kofferbombe, die irgendwo in einem Bahnhof rumsteht? Oder soll der eine jener häufigen und gefährlichen Zugentführungen verhindern (Szenario “Hey, Lokführer, Du fährst jetzt nicht nach München sondern nach Dubai, sonst ramm’ ich dir den Mitropa-Plastiklöffel ins Kreuz!”)?
(Das einzig beruhigende an diesem Kasperletheater ist ja, dass dieser ganze Dreck sowieso nix bringt und auch nicht funktioniert, weil die, die das Zeug technisch “realisieren” noch dilettantischer sind als die, den Murks vorantreiben)
Mal schaun, da wird’s doch mal wieder Zeit für die Forderung nach Bundeswehr im Inland, oder? Wo bleibt das denn eigentlich, haben die das aus Versehen vergessen?
Warum eigentlich nicht gleich das blöde Grundgesetz endlich abschaffen, das Kriegsrecht ausrufen, Ausgangssperre ab 18 Uhr - ach nein, ab 20 Uhr, bis dahin muss ja konsumiert werden für das Wirtschaftwachstum der oberen 2%, sorry ich vergaß - danach aber natürlich alles nach Hause und brav Werbung gucken, für den nächsten Tag.
Habt ihr Flachhirne eigentlich mal drüber nachgedacht, dass ihr genau das macht, was die Terroristen wollen, mit eurer Hosenscheißerei? “Ui”, denken die sich da, “das macht ja richtig Eindruck was wir da tun”, denken die sich da. “Ui, lass uns doch noch einen draufsetzen”, denken die sich da. Das sind nämlich ähnlich Hirnsedierte wie ihr. Die denken da ähnlich wie ihr. Überlegt mal, wie geil ihr es findet, euere eigenen Fressen in den Medien zu sehen, egal welche und wurscht warum. Gell? Und die erstmal!
Hirnsedierten ein Übermaß an Aufmerksamkeit zukommen zu lassen aber lässt die sich erst richtig wichtig fühlen, und auch völlig der Realität entgleiten. Kann man ja schön an euch selber sehen.
Einen Scheiß geb’ ich auf die “Terroristen”. Wir haben echte Probleme hier im Land. Kriegt endlich eure korrupten Ärsche hoch! Bevor euch von ganz anderer Seite in ebenjene getreten wird, dann, liebe Leute, ist die Kacke aber wirklich mal am dampfen!
Ach ich rech mich uff - ich darf echt keine Nachrichten mehr gucken oder hören. Krieg ich bloß so’nen Hals von.
Nachtrag: Die (sowohl die wie jene) sollten lieber mal ‘nen guten Film schauen, vielleicht kapiern die ja dann mal worum’s geht im Leben:
wichtige themen, die du da ansprichst! angst verstärken, schüren, um dahinter all’ die sauereien zu verstecken, worüber sich die leute sonst vielleicht aufregen würden. gleichzeitig die überwachung ausbauen, um, ja um wen eigentlich besser kontrollieren zu können…???!!!
hm, finde mal wieder die trackback-uri nicht, sorry, daher manuell:
“… schon mal überlegt, wer wirklich überwacht werden soll? wer letztlich beobachtet wird? richtet sich das geschrei nach mehr überwachung wirklich (nur) gegen die tatsächlichen und vermeintlichen terroristen???… “ http://www.iminform.de/blog/bembelkandidat/2006/cctv-wollt-ihr-die-totale-ueberwachung/
Mit diesem ganzen Terrorgedöns verbindet mich ja eine, äh, besondere Erfahrung, letztes Jahr im Wahlkampf. Da tingelte dieser Binninger, der letztens die “sinnvolle” Idee hatte, so genannte “Rail Marshalls” einzusetzen, durch seinen Wahlkreis im Landkreis Böblingen. An einem Tag hatte er den Schönbohm im Schlepptau, und ich schrieb für mein Provinzblatt darüber. Schönbohm erklärte, er wisse nicht, wo die Grenze ist, Binningers Meinung war ebenfalls, nun ja, vorgefasst. Diese Leute lassen kein bisschen mit sich reden und sind so scharf darauf, die Demokratie besser heute als morgen anzuschaffen. Meines Erachtens hat das schon krank- und zwanghafte Züge. Erklären kann ich mir das nicht. Was ist denn bitte so geil daran, Bürgerrechte abzuschaffen? Mir kommt immer wieder der Gedanke: Der Konservatismus muss dringend auf die Couch. Am besten lebenslang.
Ja, bembel, und bei mir in der Moderation - mein SpamKarma ist recht empfindlich justiert, weil ich lieber einen guten Kommentar eine Stunde später per Hand freischalte (und ihn damit auch noch gleich mitbekomme ) als dreißig Spams per Hand aus onlinestehenden Kommentaren rauszupopeln
(Aber ich werd’ mal ins Template gehen und einen Satz schreiben, der um Geduld bittet, falls ein Kommentar nicht gleich da ist, damit man wenigstens weiß, dass es nicht an einem selber liegt, wenn man was abschickt und das nicht aufzutauchen scheint…)
joe, das erklär’ ich mir ganz leicht, das ist ganz einfach die Angst alter Männer vor Kontrollverlust. Am Stammtisch heißt das “Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder machen könnte was er will” oder die “Hottentotten” werden beschworen.
Das sind psychologisch gesehen ganz ganz arme Schweine, deren eigenes Leben völlig Angst- und damit Fremdbestimmt verläuft, Angst vor Veränderung, Angst letztlich vor dem Tod, die bis in alltäglichste Kleinigkeiten hineinreicht. Die Reaktion auf diese Angst zeigt sich in psychotischem Verhalten (”Mehr desselben” - hier: Mehr Kameras, mehr Kontrolle, usw.), das natürlich nichts nützt sondern (und deshalb) damit den Wunsch nach “noch mehr” wachsen lässt (sonst wär’s ja nicht psychotisch) - zu beobachten ist dieses Muster z.B. auch bei Ko-Abhängigkeiten Marke “Wenn ich mich nur genug anstrenge, dann ändert sich…” …natürlich garnichts, sondern sorgt eben gerade dafür, dass alles so bleibt oder schlimmer wird, worauf man sich noch mehr anstrengt, es noch schlimmer wird, usw…
So wie Terroristen sich freilich, wie kleine Kinder, ebenfalls bestätigt fühlen, wenn die Reaktion der Elterninstanzen eine sofortige Aufmerksamkeit ist (denn es ist wurscht, ob die Aufmerksamkeit “positiv” oder “negativ” ist - wer mit Kindern zu tun hat, weiß das). Denn auch das Verhaltensmuster von Terroristen weist psychotische (wie auch neurotische) Muster auf bzw. braucht solche Hintergründe.
Mit Menschen, die in solchen psychotischen Mechanismen gefangen sind, kann man nicht “reden”, solange sie nicht selbst (und vor sich selbst) erkennen/akzeptieren, dass sie da ein Problem haben, dass ihnen letztlich keiner außer ihnen selbst lösen kann - erzähl’ nem Alki, der sich mitten im Suchtverhalten befindet, dass er Alkoholiker ist….
Nur ist ein Grund halt noch lange keine Entschuldigung. Und ob ich beruhigter bin, zu wissen, dass da auf allen Seiten Psychotiker und Neurotiker sitzen weiß ich auch nicht so recht… dein Gedanke mit der Couch ist da schon ganz treffend. *schluck*
…wenn man glaubt, über ihre Natur diskutieren zu müssen. Über Sex redet man auch nicht, während man grad welchen hat, weil man da einfach besseres zu tun hat. Ich finde das Wort “Glaubwürdigkeit� im Zusammenhang mit Personen übrigens mindestens so blödsinnig wie das Wort Relevanz.
Entweder ich glaube wem oder nicht. Ob andere das auch tun oder nicht ist doch Jacke wie Hose. Aber genau das behauptet das Wort: dass es eine allgemein “messbare� Skala gäbe, die mir sagt, ob ich wem glauben könnte oder nicht. Glauben aber, meine Damen und Herren, und das sage ich in aller Deutlichkeit, Glauben ist eine ganz persönliche Entscheidung aus jeweils unterschiedlichen und persönlichen Gründen, die sachlich, emotional, intuitiv oder selbstbetrügerisch sein können oder eine beliebige Kombination dieser Punkte.
Oder: Glaubwürdigkeit my ass!
Oder: Je objektiver etwas vorgibt zu sein, und das Wort “Glaubwürdigkeit� spiegelt nunmal vor, dass die Entscheidung, “zu glauben� objektivierbar sei, desto unglaubwürdiger wird etwas, so rein subjektiv. Drum geht mir fort mit diesem Wort. Was passiert (und warum es u.U. gar gefährlich ist), wenn man versucht, Subjekte oder Zusammenhänge, die an solche gebunden sind, zu “objektivieren� kann man täglich in den bürokratischen Mahlwerken beobachten.
(Über die “Würdigkeit� und dessen Konnotationen, die immer Urteile und Ver-urteilungen beinhaltet, lass’ ich mich mal garnicht aus, das soll ja nu wirklich nix langes werden, hier. Vielleicht soviel: Emotionen und Verletzungen kochen immer dann hoch, wenn verurteilt wird oder sich verurteilt gefühlt wird. Verurteilen ist etwas, was man imo deshalb sehr sehr sparsam einsetzen sollte, wenn es um konkrete, echte Menschen geht.)
(das ist mein einziger bescheidener Beitrag zu einem Thema, das grade in der Blogosphäre rumgeht, und das ich nun weiterhin wegen fortwährendem Desinteresse dezent ignorieren werde)
Schein-objektive Maßstäbe von außen an andere anzulegen ist halt oft viel bequemer als die eigenen Beweggründe zu hinterfragen… und dahinter verbirgt sich meist ein gerüttelt’ Maß an Unzulänglichkeitsgefühlen.
(Übrigens weiß ich nicht, worum es bei diesem Pseudothema geht, das ist mir auch herzlich wurscht. Denn das Thema an sich ist, wie Dein Link belegt, eine bitterernste Sache…)
wie, wer redet da nicht über sex?
ob ich jemandem glaube oder nicht, das ist meine privatsache.
ob allerdings eine person in der öffentlichkeit glaubwürdig ist oder nicht, das hängt nicht nur von mir ab, ich könnte ja irren, sondern von der mehrheit. die bestimmt letztlich wer glaubwürdig ist oder nicht, das dürfte in der blogosphäre nicht anders sein. ob die als glaubwürdig befundene person letztlich richtiges, wahres, also im eigentlichen sinn glaubwürdiges abliefert, das ist noch eine ganz andere frage.
Ja, das aber ist genau der Punkt: etwas kann glaubwürdig sein. Allgemein, sozusagen “objektiv�.
Ob aber jemand glaubwürdig ist halte ich für etwas, das man pauschal (weil imo pseudosachlich) nicht sagen kann - sondern eben nur persönlich entscheiden, denn es geht um eine Person. Eine bestimmte Handlungsweise, also dann wieder eine Sache, kann dagegen “glaubwürdig� sein oder nicht, ganz allgemein (Zumal der Teil, der zu einem “Gesamturteil� führte, also pars pro toto gefällt werden müsste, nicht annähernd die nötige Dimension erreicht, um einen Menschen, “allgemeingültig� noch dazu, zu be- oder gar verurteilen). Aber: das sagt nicht viel über die Person aus, zumindest eben nicht in Bezug auf ein Werturteil, was es dann zwangsläufig wäre. Und auf das Mehrheitsprinzip, gerade bezüglich eines “Urteils�, dass ich mir persönlich bilden will, kann man vielleicht schauen, nachdem ich mir dieses aus eigener Anschauung und Reflexion gebildet habe, sozusagen zum Abgleich meiner Wahrnehmung mit der einer “Masse� - aber mit Sicherheit ist das niemals die Basis für meine persönliche Entscheidung, wie ich eine Person einschätze. Du kennst ja den Spruch mit den Fliegen und ihrer Lieblingsspeise…
Zumal ich meine Einschätzung auch nicht von Einzelpunkten abhängig mache, wie das im Moment in jener Diskussion auch oft zu beobachten ist, sondern von einem Gesamtbild, in dem ein einzelner Punkt, das vielleicht zu ktitisieren ist, den Gesamteindruck nicht sofort in sein Gegenteil verkehren kann. Selbst wenn die Kritik voll umfänglich berechtigt sein sollte, zählt das Gesamtbild, und nicht der eine “Fehler� - im Gegenteil: sowas würde mir zunächst einmal nur bestätigen, es mit einem ganz normalen Menschen zu tun zu haben. Und ein ganz normaler Mensch ist erstmal per se imo immer glaubwürdig. Denn diese “Würde� hat jeder Mensch, die gehört imo zu seiner “Menschenwürde�.
“Glaubwürdigkeit� muss ich nicht erst beweisen. Beweisen müsste ich die erst, wenn ich diese einmal selbst komplett verspielt haben sollte. Dazu aber muss ich mir schon einiges leisten, und zwar auf einer sehr persönlichen Ebene, nicht auf einer Ebene, die ich - wie in diesem Fall, als eine (zu) ideologisch geführte Metadiskussion auf das Persönliche herunterprojeziert sehe. Eine sachliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen und Argumenten ist etwas anderes, da gehören Personen und die Hinterfragung ihrer “Würden� nicht hinein, sonst geht das völlig an der Sache vorbei und direkt in die Hose. Denn dann wird “Unmenschliches� (heißt: Dingliches) auf “Menschliche� Sphären übertragen, und das darf imo nicht passieren, wenn man schon von “Würdigkeiten� redet. Und in der Sache kommt man auch auf keinen grünen Zweig, es geht also auf beiden Ebenen schief.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will zum besseren Schutz bei der Fußball-Weltmeisterschaft das Grundgesetz ändern, um einen Bundeswehreinsatz im Innern zu ermöglichen.
“Warum sollten wir den Objektschutz nicht vorübergehend, zur Entlastung der Polizei, von der Bundeswehr machen lassen”, sagte der CDU-Politiker in einem Interview der “Süddeutschen Zeitung” […]
Die Frage kann ich Herrn Schäuble beantworten: Weil das nicht die Aufgabe der Bundeswehr oder überhaupt von Militär ist, der Bevölkerung gegenüber zu stehen - naja, außer in China oder ähnlich totalitären Staaten eben. Hier die Bürger, dort die Armee - die “Väter” des Grundgesetzes haben sich etwas (sehr Gutes) dabei gedacht, hier eindeutige Regelungen zu beschließen!
Die Erfahrung lehrt, was von Formulierungen wie “vorübergehend” oder “keinesfalls daunddafür nutzen” bzw. “strenge Ausnahmen” etc. zu halten ist, nämlich nichts - Möglichkeiten wecken Begehrlichkeiten, und was machbar ist, wird auch gemacht. Dass eine Grundgesetzänderung nach der WM wieder zurückgenommen wird ist doch wohl völlig illusorisch. Der Aufwand, für ein paar Wochen das GG zu ändern und dann wieder zurück? Sorry, aber wer soll denn so einen Blödsinn glauben? Überhaupt muss man sich das mal reintun: Wegen eines Sport- und Wirtschaftsevents wird die Verfassung eines Staates geändert? Wo sind wir denn?
Mit der Möglichkeit, die Armee gegen die eigenen, datentechnisch völlig gläsernen und seiner Persönlichkeitsrechte immer mehr beraubten, Bürger einzusetzen, muss man sich langsam fragen, ob die Furcht vor dem Dräuen eines neuen Totalitarismus wirklich nur etwas für Verschwörungsparanoiker ist. Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand ernsthaft will. Aber, verflixt, warum tun sie es denn dann trotzdem?
Ich wiederhole mich, glaube ich, wenn ich feststellen muss, dass ich der 30-er Jahre Generation langsam glaube, wenn sie erzählen, dass sie nicht “gewusst” haben, wohin da damals die Reise ging, bis es plötzlich zu spät war. Es scheint tatsächlich so, dass das hintendieren zu totalitären Strukturen weitgehend unbemerkt von Statten geht. Das Perfide diesmal ist, dass es ebenjene Freiheitsrechte sind, die da “geschützt” werden soll - nunja, so geht das natürlich auch: was nicht mehr da ist kann auch nicht von “Terroristen” angegriffen werden…
Du fragst “Wo sind wir denn?” - Ich antworte: In Deutschland. Da kann sowas schon einmal passieren. Ich stimme Dir zu, dass es äußerst illusorisch ist, zu glauben, dass man temporär mal das GG ändert. Würde es geschehen, dann hieße es mit hoher Wahrscheinlichkeit nach der WM “Wieso? Lief doch alles gut. Hat nicht geschadet. Wird auch weiterhin nicht schaden. Wir lassen das!” - Wäre ja auch wieder ein vieeeel zu großer Aufwand, das Gesetz rückgängig zu machen. Also lassen wir das mal so, wie es ist - Falsch gedacht liebe Politiker!
Bin mal gespannt, wie es die Medien aufnehmen. Oder ob die schon alle fröhlich eingenordet sind…
Dass unser gegenwärtiger Innenminister, Wolfgang Schäuble, am Körper behindert ist, das ist kaum zu übersehen, wenn man hinschaut. Allerdings scheint er in letzter Zeit auch geistig nicht mehr so ganz gegenwärtig zu sein. Das teilt sich überdeut…
Innenpolitiker verhalten sich in dieser Beziehung m.E. ->irgendwie wie Junkies. Mit immer höheren Dosen wollen sie sich als entschlossene Kämpfer gegen Verbrechen, Terror bzw. “das Böse” präsentieren.
Der Schäuble mit seiner bösen Fischfresse kotzt mich an. Das ärgert ihn jetzt, daß Fr. Osthoff schon frei ist und lebt. Hätte er gerne noch ein paar Sicherheitsmechanismen eingebaut in unseren Staat.
PS: Danke nochmals für den Tipp bei den Frames, hab was hinbekommen, was gewünscht wird.
ich meld mich nochmal deswegen
Das ärgert nicht nur ihn, wie’s scheint, wenn ich mir da die Medien so anschaue, denen “ihre” Top-Tränenstory dieser Weihnachtssaison flöten geht. Vor allem, wenn die Frau es jetzt richtig macht und denen grad erst Recht nochmal die kalte Schulter zeigt. Ich kotz’ schon, drüben im Gjallarhorn schlagen im Moment 10 Googletreffer die Stunde(!) auf mit “Osthoff selber schuld” und ähnlichem, da hat die Stimmungsmache der boulevardesken Medien also prima gewirkt und ist -> auf stammtischtrunkene Kleinhirne getroffen, die das gerne annahmen - ist doch so rum viel besser - Einen zu haben, -> der “Schuld” ist mag der Mob und dass sich Opfer schnell mal in der Position des Täters wiederfinden ist ja für bestimmte Boulevardmedien schon Normalzustand, vor allem, wenn das Opfer eine Frau ist.
Von einem Innenminister würde ich mir da lieber mal Sicherheit wünschen z.B. -> vor solchen Zeitungen wie BILD und deren Pseudojournalismus. Man muss ja wirklich Angst haben, in einen Unfall o.ä. verwickelt zu sein (wofür die Wahrscheinlichkeit wohl weit größer ist als in einen Terroranschlag zu geraten) und als Person, am besten noch mitsamt Familie etc. pp., von diesen Arschlöchern medial verwurstet zu werden. Was ich schon gehört habe, wie da BLÖD-”Reporter” auch bei nicht-Promis Druck machen, um Tränen, Fotos etc. zu bekommen ist wirklich nur noch kriminell. -> hier könnte der Herr Innenminister mal die Bürger schützen…
WÜrden Sie mir glauben, wenn ich Ihnen sage, daß unsere Familie mal fast wegen der Blös Zeitung zerbrach?!
Und heute lesen die das Blatt trotzdem noch.
Wer ist eigentlich blöder?
Glaub’ ich unbesehen. Und auch, dass es Leute gibt, die daraus keine Konsequenzen zu ziehen im Stande sind - sonst würde es dieses Drecksblatt und ähnliches Geschmeiß nicht (mehr) geben.
Übrigens: das “Sie” irritiert mich ein bisschen, gebe ich zu, ich fühl’ mich dann so alt (mein Kreuz ist taub, meine Ohren sind blind, meine Augen sind alt und gebeugt) - mich kann man ganz prima duzen
Zugegeben, mir kräuseln sich in letzter Zeit immer öfter die Nackenhaare, wenn ich das aktuelle Tagesgeschehen in Deutschland verfolge. Den Medienberichten zufolge, habe ich derzeit die “Wahl” zwischen zwei potentiellen Gefahrenquellen: Ein…
bembelkandidat meint dazu:,
22. August, 2006
@ 16:19
wichtige themen, die du da ansprichst! angst verstärken, schüren, um dahinter all’ die sauereien zu verstecken, worüber sich die leute sonst vielleicht aufregen würden. gleichzeitig die überwachung ausbauen, um, ja um wen eigentlich besser kontrollieren zu können…???!!!
hm, finde mal wieder die trackback-uri nicht, sorry, daher manuell:
“… schon mal überlegt, wer wirklich überwacht werden soll? wer letztlich beobachtet wird? richtet sich das geschrei nach mehr überwachung wirklich (nur) gegen die tatsächlichen und vermeintlichen terroristen???… “
http://www.iminform.de/blog/bembelkandidat/2006/cctv-wollt-ihr-die-totale-ueberwachung/
bembelkandidat meint dazu:,
22. August, 2006
@ 16:20
grmpf, nach dem kommentieren erscheint die uri brav unter dem kommentar…
joe_f meint dazu:,
22. August, 2006
@ 16:37
Mit diesem ganzen Terrorgedöns verbindet mich ja eine, äh, besondere Erfahrung, letztes Jahr im Wahlkampf. Da tingelte dieser Binninger, der letztens die “sinnvolle” Idee hatte, so genannte “Rail Marshalls” einzusetzen, durch seinen Wahlkreis im Landkreis Böblingen. An einem Tag hatte er den Schönbohm im Schlepptau, und ich schrieb für mein Provinzblatt darüber. Schönbohm erklärte, er wisse nicht, wo die Grenze ist, Binningers Meinung war ebenfalls, nun ja, vorgefasst. Diese Leute lassen kein bisschen mit sich reden und sind so scharf darauf, die Demokratie besser heute als morgen anzuschaffen. Meines Erachtens hat das schon krank- und zwanghafte Züge. Erklären kann ich mir das nicht. Was ist denn bitte so geil daran, Bürgerrechte abzuschaffen? Mir kommt immer wieder der Gedanke: Der Konservatismus muss dringend auf die Couch. Am besten lebenslang.
Sven meint dazu:,
22. August, 2006
@ 17:07
Ja, bembel, und bei mir in der Moderation - mein SpamKarma ist recht empfindlich justiert, weil ich lieber einen guten Kommentar eine Stunde später per Hand freischalte (und ihn damit auch noch gleich mitbekomme
) als dreißig Spams per Hand aus onlinestehenden Kommentaren rauszupopeln
(Aber ich werd’ mal ins Template gehen und einen Satz schreiben, der um Geduld bittet, falls ein Kommentar nicht gleich da ist, damit man wenigstens weiß, dass es nicht an einem selber liegt, wenn man was abschickt und das nicht aufzutauchen scheint…)
(so, erledigt
)
Sven meint dazu:,
22. August, 2006
@ 17:37
joe, das erklär’ ich mir ganz leicht, das ist ganz einfach die Angst alter Männer vor Kontrollverlust. Am Stammtisch heißt das “Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder machen könnte was er will” oder die “Hottentotten” werden beschworen.
Das sind psychologisch gesehen ganz ganz arme Schweine, deren eigenes Leben völlig Angst- und damit Fremdbestimmt verläuft, Angst vor Veränderung, Angst letztlich vor dem Tod, die bis in alltäglichste Kleinigkeiten hineinreicht. Die Reaktion auf diese Angst zeigt sich in psychotischem Verhalten (”Mehr desselben” - hier: Mehr Kameras, mehr Kontrolle, usw.), das natürlich nichts nützt sondern (und deshalb) damit den Wunsch nach “noch mehr” wachsen lässt (sonst wär’s ja nicht psychotisch) - zu beobachten ist dieses Muster z.B. auch bei Ko-Abhängigkeiten Marke “Wenn ich mich nur genug anstrenge, dann ändert sich…” …natürlich garnichts, sondern sorgt eben gerade dafür, dass alles so bleibt oder schlimmer wird, worauf man sich noch mehr anstrengt, es noch schlimmer wird, usw…
So wie Terroristen sich freilich, wie kleine Kinder, ebenfalls bestätigt fühlen, wenn die Reaktion der Elterninstanzen eine sofortige Aufmerksamkeit ist (denn es ist wurscht, ob die Aufmerksamkeit “positiv” oder “negativ” ist - wer mit Kindern zu tun hat, weiß das). Denn auch das Verhaltensmuster von Terroristen weist psychotische (wie auch neurotische) Muster auf bzw. braucht solche Hintergründe.
Mit Menschen, die in solchen psychotischen Mechanismen gefangen sind, kann man nicht “reden”, solange sie nicht selbst (und vor sich selbst) erkennen/akzeptieren, dass sie da ein Problem haben, dass ihnen letztlich keiner außer ihnen selbst lösen kann - erzähl’ nem Alki, der sich mitten im Suchtverhalten befindet, dass er Alkoholiker ist….
Nur ist ein Grund halt noch lange keine Entschuldigung. Und ob ich beruhigter bin, zu wissen, dass da auf allen Seiten Psychotiker und Neurotiker sitzen weiß ich auch nicht so recht… dein Gedanke mit der Couch ist da schon ganz treffend. *schluck*