Mein Android und ich

Wie manche wissen bin ich seit nunmehr fast 2 Jahren begeisterter Android-Nutzer und hatte bis vor ein paar Tagen ein HTC „Magic“ und mit diesem die Entwicklung von Android von Version 1.5 über 1.6 bis zu 2.1.1. „Froyo“ miterlebt. Das „Magic“ war ein treuer Begleiter und ließ mich (fast) nie im Stich. Sogar das Update auf die „Froyo“-Version von Android machte keine Probleme. Leider merkte man das „Alter“ dieses Geräts dann aber doch deutlich an der immer schwächeren Perfomance bei vielen Apps. Während „Froyo“ das Handy sogar gefühlt nochmal etwas beschleunigte sind viele Apps inzwischen in Punkto Speicher- wie Rechenpowerhunger so aufwändig geworden, dass sie einem den Spaß schon arg vermiesen konnten. Ich fühlte mich in die 90-ger Jahre zurückversetzt, in denen auch mit jeder neuen Generation an Anwendungen oder gar Spielen der erst 2 Jahre alte Super-PC plötzlich zur lahmen Krücke wurde.

Seit ein paar Tagen ist das vorbei: mein brandneues Samsung Galaxy S II sollte nun Power-technisch die nächsten 2 Jährchen durchhalten, im Moment ist die Performance absolut atemberaubend, jegliche Wartezeiten sind – erstmal – Geschichte.

Ich hatte ja ein Weilchen überlegen müssen, ob ich das Samsung nehme oder das HTC Sensation, da ich mit HTC durchaus gute Erfahrungen verbuchen kann.

Im technischen Vergleich liegen die beiden grundsätzlich gleichauf, Unterschiede dürften da höchstens messbar aber nicht sichtbar sein, ein offensichtlichster Unterschied liegt aber im Display: Samsungs AMOLED-Display mit 1kommairgendwas-Mio Farben ist das meiner Meinung nach technisch bessere, HTC hat da nur sechzigtausendungrad Farben. OK, dafür hat er aber eine nochmal höhere Auflösung auf die selbe Bildschirmgröße, was vielleicht wirklich nochmal was an der Schärfe dreht, aber das findet schon auf einem sehr hohen technischen Niveau statt, da muss man schon extrem genau hinschauen. Samsung hat die Nase dann wieder beim eingebauten Speicher vorn, aber auch das ist marginal, denn dafür gibts ja SD-Karten.

Für mich machte jedenfalls am Ende das True-Color-AMOLED-Display das Rennen, weil ich sowieso eine andere Home-App benutze, denn freilich ist HTCs „Sense“ besser als Samsungs „Touchwiz“-Oberfläche, sprich, wer „Sense“ mag kann ohne Reue zum HTC greifen, aber da ich beides nicht brauche machte es für mich am Ende der AMOLED-Screen.

In Punkto Zubehör dürfte es jedenfalls auch keine Probleme geben, auch wenn es im Moment noch keine Ersatzakkus gibt, die sollten aber im Laufe des Juni auch in den Shops aufschlagen. Das nämlich ist für mich ein Killerargument für Android (bzw. gegen das allseits beliebte iPhone): ich kann auch mal ein Wochenende unterwegs sein, ohne den Akku aufladen zu müssen, denn manchmal geht das einfach nicht, weils keinen Strom gibt oder ich mich sonst nicht mehr bewegen kann (ich hänge ein so teures Teil nicht irgendwo unterwegs unbeaufsichtigt an eine Steckdose) – wer viel unterwegs ist wie ich weiß das schnell zu schätzen, für mein Magic hatte ich 4 Akkus (kosteten grad mal ’nen Zehner das Stück) und die Ladestationen, in die man einfach nur den Akku reinstecken kann und nicht das ganze Telefon reinstecken muss, erlauben auch mal ein Aufladen während man selber woanders hingeht.

Aber es gibt neben diesem Hardware-Vorteil, der nicht nur praktischer (seit es Handys gibt werden Akkus wechselbar gebaut, welcher Schwachsinnige kommt auf die Idee, das plötzlich fest ins Gerät verlöten zu müssen) sondern auch zu realistischeren Preisen realisiert ist, auch noch andere Gründe, die mich selbst zu Zeiten, als Android in einigen Punkten noch deutlich keine wirkliche Konkurrenz für’s iPhone war, zum kleinen Roboter griffen ließen: die unglaublich freie Anpassbarkeit an eigene Bedürfnisse und Geschmäcker.

Auch hier gibt es kein objektives „besser“ oder „schlechter“, denn was für den einen ein Vorteil ist für den anderen nerviger Nachteil, das war auch schon bei den PCs so: Wer ein Gerät haben wollte, das er einschaltet und nutzen will, ohne erst irgendwas einstellen oder anpassen zu müssen war schon immer mit einem Mac besser bedient als mit einer WinDOSe (oder gar einem Linux-System).

Aber wie mich die Apple-Rechner schon immer (und das heißt: seit Mitte der 90-ger) genervt haben, weil ich immer das Gefühl hatte entmündigt und „ausgesperrt“ zu sein, wie bei einem Auto, bei dem ich nicht nur wie heute üblich einen Motor mit allen möglichen Verkleidungen vor mir sehe, an dem ich kaum mehr was erkennen kann sondern nicht einmal mehr eine Motorhaube zum Öffnen habe, und wenn was kaputt ist geht nur noch Neuinstallation oder gar Gerät zur „Reparatur“ (in „“, weil ein Akkuaustausch als „Reparatur“ behandeln zu müssen in meinen Augen eine Frechheit ist), so nervte mich das auch bei diesem iPhone schon, als ich das erste mal eins in der Hand hatte, damals, als es neu rauskam, und ich überlegte, ob ich sowas haben will.

Und erzähl mir niemand, Macs liefen stabiler, ich habe noch jeden Rechner abstürzen gesehen wenn man sie entsprechend intensiv nutzt, da gibt es keine Unterschiede, und ich habe seit den 90gern noch nie(!) ein Windows „neu installieren“ müssen, wie es manche Leute einmal im Jahr tun müssen, diese Probleme, von denen da immer erzählt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Aber ich mach ja auch regelmäßig sauber unter der Haube. Wer das nicht tut/will, für den dürfte tatsächlich ein Mac die bessere Wahl sein. Bzw., zurück zum Thema, ein iPhone.

Ich bevorzuge jedenfalls die Möglichkeit, meine Geräte an meine Bedürfnisse anpassen zu können, und zwar sowohl in Optik und Haptik, als auch wenn nötig weit in die Systemfunktionen hinein. Am meisten Freiheit in dieser Hinsicht bietet derzeit konkurrenzlos nur ein Android-System. Und so waren meine ersten Amtshandlungen am neuen Androiden denn auch als erstes: neue Home-App (das ist die Benutzeroberfläche und die Liste mit den Apps), neue Software-Tastatur und so ein paar kleine System-Essentials (Funktions-Schalter, Sprachbefehlfunktionen etc.) .

Auch in anderer Hinsicht bietet Android mehr Freiheit als Apple, denn es gibt keinen großen Bruder, der mir sagt, welche App ich nutzen darf oder woher ich sie beziehe oder mit welchen Tools ich arbeiten darf. Es gibt mehrere, auch unabhängige, App-Stores, aber auch der „offizielle“ Android-Market ist weit weniger restriktiv als der Apple-Store. Das heißt zwar, es gibt auch mehr Schrott dort, aber den muss man sich ja nicht installieren. Letztlich bevorzuge ich aber, dass die Wahl bei mir liegt und nicht bei irgendwelchen prüden Gatekeepern, die schon nervös werden, weil eine App vielleicht ein bisschen zu „sexy“ aufgemacht sein könnte. Ich brauch kein Kindermädchen, ich bin selber groß.

Zudem erlaubt ein Android-Handy auch die direkte Installation von Apps von der SD-Karte aus. Wenn es dazu ein Update gäbe wird einem das zwar nicht gemeldet, so dass man sich selber schlau machen muss, ob es eine neuere Version einer App gibt, aber es gibt eben auch Fälle, wo das sehr nützlich ist. Ich habe auf diese Weise z.B. die Google-Music-App installiert, weil das über eine Market-App nicht geht (Google-Music gibt es offiziell ja noch nicht in Deutschland). Auch den ein oder andere Spielkonsolen-Emulator kann man auf diese Weise installieren. Dazu brauche ich das Handy weder zu „rooten“ noch zu „jailbreaken“.

Langer Rede kurzer Sinn: ich freue mich wie ein Schnitzel, dass ich mit dem neuen Smartphone jetzt wieder technisch up to date bin und hoffe, dass ich in nächster Zeit mal ein paar der Sachen, die man inzwischen mit einem Androiden machen kann, so er die Rechenpower dazu hätte, ausprobieren kann. Ich denke da z.B. an „Live aus dem Proberaum“-Streams oder kleine Fun- und Doku-Filmchen für die Singvøgel 🙂

Ob ich in einem weiteren Blogpost mal meine Lieblings- und „Must-have“-Apps vorstellen sollte?

Links:

Geräte:
-> Samsung Galaxy S II
-> HTC Sensation
(Amazon Affiliate-Links zu Gunsten eines Bierchens für mich)

Android Blogs & Foren:
-> Justandroid Blog mit Tests & News
-> Android PIT Blog mit Tests, News und eigenem App-Store
-> Android-Hilfe.de umfangreiches Forum
-> target=“_blank“>Phandroid (englisch)
-> Android and me (englisch)

 


7 Gedanken zu „Mein Android und ich

  1. Dann mal hoffen, dass das länger hält als der Vorgänger in meinem Bekanntenkreis. Zwei davon haben das Samsung Galaxy S 9000 und bei beiden ist es gerade bei Samsung weil nichts mehr ging. 🙁

  2. Ich kenne 2 Leute, die das SGS1 haben (Karan hat das z.B. auch) und einen mit dem Nexus2 (das ja auch nichts anderes als ein „Galaxy 1.5“ ist), da gabs keine Probleme bislang. Karans S1 war auch der Grund, warum ich Samsung zutraue, inzwischen sehr feine Androiden zu bauen. Nachdem die mit ihrem ersten Android-Versuch ja so furchtbar ins Klo gegriffen hatten.

  3. huhu,

    was mich annervt, ist das Samsung so geizig mit Versionsupdates ist. Ich muss immer noch android 1.6 fahren, weil ich diese blöde Anleitung nicht versteh um wenigstens den Versionszähler 2 zu erreichen.

    Ansonsten, ja Android ist schon ok…

    LG Micha

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