Formulierungen

Wird ja grad wieder über Kindergeld diskutiert (ja, es ist Wahlkampf, offensichtlich, man erinnert sich daran, dass auch Menschen mit normalen und geringen Einkommen ein bisschen „Macht“ haben – zumindest alle 4 Jahre).

Kommt nur mir es komisch vor, wenn da – sowohl seitens Politik als auch seitens Medien – ausschließlich von „sozial schwachen“ Familien geredet wird, wenn – von den dargestellten Kriterien für die Klassifizierung, die rein „monetäre“ sind, ausgehend – eigentlich „finanziell schwach“ gemeint ist?

Und: was bedeutet das im Rückschluss, wenn „kein Geld“ gleichbedeutend mit „keine soziale Stärke“ ist? Wer Geld hat ist sozial stark? Wer kein Geld hat würde mehr haben, wäre er nur „sozial“ etwas „kräftiger“ gebaut (was immer das hieße – nix konkretes jedenfalls – Schicksal? Selbst Schuld? Zufall?)?

Sprache kann schon manchmal verdammt verräterisch sein, finde ich.

4 Gedanken zu „Formulierungen

  1. Dieser Sprachgebrauch „sozial schwach = finanziell schwach“ trifft, in gewisser Weise, sogar zu, und zwar aus der geistige Perspektive des „abstiegsbedrohten“ Kleinbürgers. Zu meinen prägenden Erinnerungen gehört die Erfahrung, dass, nachdem der kleine Betrieb meines Vater insolvent geworden war (was zu dieser Zeit vielen „kleinen Klitschen“ passierte), meine Eltern auf einmal viel weniger „Freunde“ hatten. Verlust an Vermögen = Verlust des sozialen Status (des Kleinbürgers.)
    Es lässt aber tief blicken, dass Politiker und Journalisten sich diese Sichtweise, die ich für hochgradig spießig halte, zueigen machen.

  2. Zu MartinM: Ich geben dir Recht. Wenn einer den Job verloren hatt und finanziell schwach wird, zieht er in einer sozialschwache Gegend um. Das wieder hat einen Einfluß auf die Entwicklung der Familie.
    Zumindest haben diese Begriffe gleiche Wurzeln. Es dreht sich alle um Geld.

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