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	<title>sagichdoch?</title>
	<link>http://www.svenscholz.de</link>
	<description>riding on the synchronicity highway</description>
	<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 09:20:00 +0000</pubDate>
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		<item>
		<title>Wulff</title>
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		<comments>http://www.svenscholz.de/index.php/wulff/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 22:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Gesellschaft</category>
	<category>Medien</category>
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		<description><![CDATA[	Das Nicht-Thema des Jahres. Irrelevant wie sonstwas. Ich würde da auch nicht groß drüber schreiben, vor allem nicht im Blog, wo ich eh schon zu lange so wenig schreibe. Wenn das nicht ein Anlass wäre für manche Beobachtung, die mir auffiel. Und als Mittel zum Zweck erscheint mir Wulff dann grade noch brauchbar. Wenn das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Das Nicht-Thema des Jahres. Irrelevant wie sonstwas. Ich würde da auch nicht groß drüber schreiben, vor allem nicht im Blog, wo ich eh schon zu lange so wenig schreibe. Wenn das nicht ein Anlass wäre für manche Beobachtung, die mir auffiel. Und als Mittel zum Zweck erscheint mir Wulff dann grade noch brauchbar. Wenn das Ganze sonst schon keine weitere Relevanz besitzt.</p>
	<p><b>Beobachtung 1: </b><br />
Ein riesiges Problem für das in unserem Kulturkreis vorherrschende internalisierte streng dualistische Denkmodell, das beinhaltet, möglichst alles auf genau zwei Antipoden herunter brechen zu müssen, dazu die passenden ebenfalls dualistischen (pseudo)logischen Schlüsse und Bewertungsmodelle, speziell die nach Augustinus - &#8220;Es gibt nur eine Wahrheit, und was dieser nicht entspricht ist falsch&#8221; und all ihrer Derivate, scheint mir schon die Konstellation der Protagonisten zu sein. </p>
	<p>Zunächst das Herunterbrechen auf zwei gegenüberstehende Seiten. OK, das ist noch kein Problem, BILD und Wulff, das war noch einfach. </p>
	<p>Dass jetzt die vielen anderen Protagonisten in dieser Veranstaltung, also die anderen Medien, die Zuschauer, denen diese Medien Dinge verkaufen wollen, die Parteien, die Personen, die Wulff ins Amt brachten, die vielen reichen &#8220;Freunde&#8221; Wulffs, jetzt im blinden Fleck stehen nimmt man gerne mit.</p>
	<p>Aber schon bei <em>&#8220;Wenn bei zwei Seiten einer &#8220;böse&#8221; ist ist der andere gut&#8221;</em> wirds jetzt schon ganz eng. Wenn Wulff der Böse ist müssen die BILD-Leute die Guten sein. WTF? BILD gut? Nein BILD ist nicht gut! OK, dann ist Wulff der Gute. Oh, warte&#8230;.</p>
	<p>Und richtig: viele der &#8220;Diskussionen&#8221;, die man so verfolgen kann drehen sich wie selbstverständlich um genau diese Frage: wer von den beiden ist jetzt der Gute und wer der Böse? Diese Denknorm scheint so stark und selbstverständlich, dass die schmerzhafte Dissonanz selbst für Leute, die BILD sonst für das manifestierte Böse an sich halten sie nicht hindert, die BILD und einen Kai Dieckmann zum Opfer zu erklären und als ein solches für bar jeden Zweifels. </p>
	<p>Oder eben andersrum, Leute, die z.B. Guttenberg (korrekterweise) seinen &#8220;Fehltritt&#8221; eben nicht durchgehen ließen, plötzlich den präsidialen Vertuschungs- und Täuschungsversuch um die Finanzierung der Hütte des derzeitigen Amtsinhabers eines Amtes, dessen einzige Relevanz darin besteht, &#8220;moralische Instanz&#8221; zu sein als vom Amt zu trennende Privatangelegenheit sehen wollen, als Faux Pas, für den man sich halt zu entschuldigen habe, was er ja auch getan habe, sich anzusehen beeilen, weil das ja &#8220;logisch&#8221; ist: die BILD-Zeitung als manipulatives Hetzblatt kann ja nur ein unschuldiges Opfer, das durch langjährig trainierte und etablierte Perfidie einer manipulierenden Meinungsmacht getrieben und ins schlechte Licht gestellt wird, jagen.<a id="more-486"></a></p>
	<p>Und so dreht sich der Großteil der Diskussionen, die Beiträge aufwerfen, die die jeweiligen Verantwortungen der jeweiligen Seiten aufzeigen - selbst die Beiträge, die beiden Protagonisten die selbe Menge an &#8220;Schuld&#8221; zuweisen, darum, wer der Gute und wer der Böse sei. Mit allen dazugehörigen Auswüchsen, inklusive einer <em>&#8220;Der Feind meines Feindes ist mein Freund</em> - Solidarisierung mit dem vermeintlich Guten und der <em>&#8220;Wenn du nicht für mich bist, bist du gegen mich&#8221;</em> - Kriegserklärung denjenigen gegenüber, die die andere Seite als den Bösen identifiziert hat, denn diese Identifizierung ist ja auch immer auch die Wahl der Seite. Und die eigene Seite als eine Böse Seite anzuerkennen geht ja nicht, denn das hieße einerseits automatisch, die andere, die die man selbst für das Böse an sich hält, ist die Gute Seite, und das geht nicht, denn durch die eigene Seitenwahl wäre <em>man selbst</em> ja plötzlich auch ein Böser, und man selbst, ja man selbst ist <em>immer</em> bei den Guten. </p>
	<p>Und schon streiten sich selbst Menschen, die eigentlich ähnlicher Wellenlänge sind bis aufs Blut und mit einer Emotionalität, dass man sich die Augen reibt. Weil eine marginale Andersgewichtung einer Bewertung sie zu Vertretern komplett konträrer Lager macht. Der Kampf zwischen Gut und Böse kennt keinen Kompromiss, das Gute muss obsiegen, und Augustinus weiß, dass es nun mal nur eine Wahrheit geben kann, ein &#8220;auch Recht haben&#8221; kann es nicht geben, denn wenn ich dem anderen Recht gäbe hieße das, ich habe Unrecht. Dieses Muster ist so stark, dass viele es nicht einmal bemerken, wenn man es ihnen innerhalb einer solchen Diskussion versucht zu erklären: das Weltbild ist die Welt und die Grenzen der Welt sind die Grenzen des Denkens.</p>
	<p>Wenn dann bei Artikeln, die die <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1544" target="_blank">Rolle der BILD-Zeitung</a> und <a href="http://gutjahr.biz/blog/2012/01/politik-und-medien/" target="_blank">auch anderer Medien</a> ebenso kritisch hinterfragen wie <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/wulff-affaere-im-praesidentenpelz-11596855.html" target="_blank">Wulffs Handlungen</a> die Diskussion dann um die Frage geht, ob denn eine Kritik an BILD nicht die Verantwortung Wulffs schmälere, verharmlose, entschuldige etc., manchmal auch umgekehrt, kann man das schön beobachten. (Dass das eine weniger oft passiert als das andere hat einen Grund, den Stefan Niggemeier <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/vom-glueck-bild-zu-sein/" target="_blank">schön beschrieben hat</a>, das spar ich mir jetzt mal, wird eh viel zu lang, alles <img src='http://www.svenscholz.de/wp-images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  )</p>
	<p>Dabei ist dieses vermeintliche Dilemma eigentlich überhaupt kein Problem, wenn man eben nicht in den dualistischen Fehler verfällt, zu glauben, dass es zu einem Täter immer auch ein Opfer geben müsse und diese beiden Rollen streng getrennt wären bzw. Verantwortung, die man auf einer Seite findet, automatisch die auf der anderen verringere, weil Verantwortung <a href="http://www.nornirsaett.de/norm-schuld-die-rueckkehr-ins-paradies/" target="_blank">nach den Gesetzen des Schuldprinzips</a> immer nur auf der Seite des Täters, also des Bösen, liegen könne. </p>
	<p>Hier sieht man also zwei Täter, die um den Titel des Opfers kämpfen, um in diesem Weltbild ihre Unterstützer zu finden, indem sie dem Muster gemäß eine vermeintliche Wahl zwischen Gut und Böse und wenn gewählt wurde eine Solidarisierung mit ihnen zu provozieren. Beide Protagonisten versuchen dabei, sich als moralische Instanz aufzustellen, beide Protagonisten handeln aber zutiefst unmoralisch. Man könnte sagen: beide in einen Sack und draufschlagen, man trifft keinen falschen.  </p>
	<p>Der letzte Strohhalm, wenn man es bis hierhin erfolgreich geschafft hat, sich dieses Mechanismus zu entziehen und zu sagen &#8220;OK, zwei Täter, beides sind Böse&#8221;, doch noch aus diesen beiden Gegnern auch Antipoden im Sinne eines Werturteils zu machen ist das &#8220;Argument&#8221;, dass eine der beiden Seiten &#8220;nicht anders könne&#8221;, also somit weniger verantwortlich für sein Handeln sein muss als der andere und wir so doch noch von der Verantwortung ins Schuld-Prinzip rutschen können. Da wird mit Faust verglichen, und Mephisto bemüht, von Archetypen gefaselt, nur um das irgendwie hinzukriegen. Und schon ist das Verhalten der BILD quasi archetypisch, es ist ja quasi Mephistos natürlichste Aufgabe, der Versucher zu sein, oder eben Wulff dem Trickster als armes Opfer verfallen, dem Meister der Lügen, gegen den kaum jemand eine Chance hätte.</p>
	<p>Quatsch! Wir sind hier nicht im klassischen Drama, hier agieren normale Menschen mit freiem Willen, und was sie tun tun sie, weil sie sich selbst dafür entscheiden es zu tun: Sowohl BILD als auch Wulff hatten und haben stets jede Möglichkeit, moralisch zu handeln und haben sich dagegen entschieden. Hier gibt es keinen Archetypen. Nur moralische Totalversager. </p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><b>Beobachtung 2:</b><br />
Wenn man es geschafft hat, diese ganze Geschichte mal nicht dualistisch anzusehen, kann man sich mal die Protagonisten ansehen und findet - jetzt wenig überraschend - fast ausschließlich diesen bestimmten Schlag Leute vor, <a href="http://jensscholz.com/index.php/2012/01/08/das-ende-der-karriereplaner" target="_blank">die Jens hier so schön beschrieben hat:</a> </p>
	<blockquote><p>[&#8230;] Wir kennen die schon aus unserer Schulzeit und die waren genau die Mitschüler, die sich immer mit dem System gut gestellt haben. Die genau hingeschaut haben, wer ihnen nutzen kann und die immer versucht haben, sich mit denen zu verbrüdern, damit sie ihnen bei den Hausaufgaben und Referaten helfen oder besser, sie ihnen gleich fertig erstellen im Tausch mit meistens materiellen Vorteilen und Gefallen. Insgesamt kamen diese Mitschüler relativ konservativ rüber, allerdings täuschte das - Konservativ waren nur ihre Ansichten zu Frauen und Beziehungen (denn wenn man Frauen aus der Karrieregleichung lässt hat man gleich schon viel weniger Konkurrenz) und ihre Ablehnung von jeder und jedem anderen, der auch nur den Ansatz einer Nonkonformität zu ihrem recht einfachen Wertekanon zeigte.</p>
	<p>Die Einfachheit des Kanons war aber wichtig, denn sie war Grundlage für ihren Lebensentwurf. Der Mittelpunkt dieses Lebensentwurfes bildete und bildet die &#8220;Karriere&#8221;. [&#8230;]&#8221; </p></blockquote>
	<p>Und dann wird mir klar: hier muss ich nicht Partei ergreifen. Erst recht muss ich mich mit keiner Seite solidarisieren. Im Gegenteil: Alle Beteiligten - und das ist nicht Wulff und Diekmann, sondern auch die &#8220;reichen Freunde&#8221;, die &#8220;Parteifreunde&#8221; aller Couleur, die sogenannten &#8220;seriösen Medien&#8221; - sie alle spielen hier eine Soap Opera vor, eine kleine geschlossene Welt, in der Leute mal etwas weiter vorn und mal etwas weiter hinten liegen, in der sich Leute heute in moralischer Überlegenheit sonnen und sich in Empörung ereifern und morgen die sind, über die sich ereifert wird, in der es vordergründig darum geht, Macht zu erlangen oder zu erhalten, oder anderen zu nehmen. Aber wenn man genau hinschaut, wie ein Zuschauer, der eine Posse auf einer Bühne sieht, dann merkt man: diese mit immensem Aufwand inszenierten Bewegungen angeblicher Machtverschiebungen sind im Vergleich zur echten Welt minimal. </p>
	<p>Nur die hysterische Empörung, die lautstarke Skandalisierung, die grelle Bebilderung, die mit nichts kleinerem daherkommen kann als dem <em>Untergang der Demokratie</em>, wenn von <em>&#8220;Angriff auf die Pressefreiheit&#8221;</em> schwadroniert wird, nur weil jemand jemand anderem <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Vorwurf_der_N%C3%B6tigung_von_Redaktionen#cite_ref-Anm03_10-0" target="_blank">kindisch auf die Mailbox weint</a>, oder aber vom <em>Ende aller Kultur und allen Anstands</em>, weil ein anderer halt jetzt mal einen Bundespräsidenten durch den Dreck schleift wie es sonst nur bei HartzIV-Empfängern, Ausländern, C-Promis oder anderen armen Schweinen, die sich nicht wehren können, Gang und Gäbe ist, oder den <em>&#8220;Verlust in das Vertrauen in die Politiker und die Politik allgemein&#8221;</em> weil ein Bundespräsident vielen - auch mir - korrupt erscheint - als ob es ohne diesen Fall um dieses Vertrauen auch nur einen Deut besser gestellt wäre - nur diese immensen ständigen Überhöhungen, es geht niemals auch nur eine Nummer kleiner, lassen einen Glauben, es mit hohen Höhen und tiefem Fall zu tun zu haben.</p>
	<p>Dabei fällt hier niemand. Hier und da rutscht jemand ein paar Zentimeter. Mal hoch mal runter. Vielleicht auch mal einen Meter. Aber es findet alles &#8220;da oben&#8221; statt, auf dem Gipfel. Weit weg <a href="http://www.zeit.de/2011/52/DOS-Maria-und-Josef/komplettansicht" target="_blank">vom Tal</a>, weit weg von der großen Tiefebene, weit weg von den restlichen 99%, wo man die &#8220;volle Härte des Gesetzes&#8221; spürt, wenn man einen <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/prozess-in-lueneburg-mann-nahm-kekse-aus-muelltonne-1.1253894" target="_blank">gammligen Keks aus einer Mülltone fischt</a>, während <a href="http://www.metronaut.de/2012/01/die-wirklich-wichtigen-rucktritte-bleiben-aus/" target="_blank">Minister, die das Grundgesetz verletzten, nach wie vor völlig ungeschoren davon kommen.</a> </p>
	<p>Man bleibt unter sich, da oben, man sortiert vielleicht mal neu, wer welches Zimmer in diesem Penthouse der Gesellschaft belegt, aber man zieht nicht aus und man lässt auch niemanden rein, der nicht dazu gehört. Es ist also letztlich wirklich egal.</p>
	<p>Noch. </p>
	<p>Denn wie Jens auch richtig bemerkte: </p>
	<blockquote><p>[&#8230;]Offensichtlich sind die Privilegien, die sich diese Generation selbst geschaffen hat, in der Transparenz nicht belastbar. Offensichtlich haben wir es satt, diesen Leuten zu erlauben, uns ihre Weltsicht aufzudrücken, in der sie die wertvollen Menschen sind und wir die anderen. Der erste Schritt ist, zu bemerken, dass man Ihre Karrieremodelle nicht mehr tragen will und ihr Spiel nicht mehr mitspielen mag [&#8230;]. Vielleicht merken gerade sehr viele Menschen, dass wir die nicht brauchen. Vielleicht erkennen wir, dass wir nicht mit der Hilfe der richtigen Beziehungen, dem Aufbau und Ausnutzen von Abhängigkeiten. Intrigen und Mobbing und des Austausches von materiellen Gefälligkeiten weiterkommen sondern dass wir ja echte Qualifikationen haben und sinvoll anwendbare Fähigkeiten und dazu Ziele, an deren obersten Stelle nicht irgendeine &#8220;Karriere&#8221; steht aus der wir unser Selbstwertgefühl schöpfen. Und dass unsere Methoden die besseren sind.</p>
	<p>Vielleicht erleben wir also tatsächlich gerade den Beginn vom Ende dieser elenden Ellenbogen-Generation und vielleicht reicht die Zeit sogar, bis die nächste wieder funktionierende Methoden findet, um vorher doch mal ein paar Dinge in Ordnung bringen zu können. [&#8230;]&#8221;</p></blockquote>
	<p>Wenn es wirklich gelingt, wenn nur ein paar bisherige Zuschauer einfach aufstehen und gehen, und den Blick auf diese kleine Theaterbühne mit den viel zu grell und übertrieben agierenden Schauspielern links liegen lassen, raus gehen und ihr eigenes Ding durchziehen und den anderen zeigen, dass es auch anders geht, weil möglich ist, was man sich vorstellt und man sich das vorstellen darf, was man möchte,  und so die Erkenntnis wächst, dass <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/bedingungsloses-grundeinkommen-interview" target="_blank">Alternativen und Konzepte grundsätzlich zum Menschenbild derer, die es entwerfen, passt</a> - und damit auch klar wird, dass im Moment einfach zu viele Leute das Sagen haben, die ganz offensichtlich ein Menschenbild haben, das nichts neben der eigenen Person wertschätzt und wir mit der Förderung und Unterstützung neuer Konzepten also auch automatisch neue Leute mit neuen Menschen- und Weltbildern bekommen und das einfacher ist als die alten Köpfe zu entfernen - dann verschwinden diese Leute da oben nach und nach dorthin, wo sie hingehören. In die Irrelevanz. Denn dann findet das Leben draußen, vor dem Theater, in frischer Luft und Sonne statt. Ohne die.</p>
	<p>Und den resignierten Zynikern, die den Glaubenssatz &#8220;Da ändert sich doch eh nix, das ist doch alles naiver Idealismus&#8221; so verinnerlicht haben, dass sie ihn jedem, der noch ein wenig Feuer unter seinem Hintern spürt, <a href="http://jensscholz.com/index.php/2012/01/08/das-ende-der-karriereplaner#c1374" target="_blank">entgegenrufen müssen</a>: Ihr Trottel, Handlanger des Establishments, ihr seid genau da, wo sie euch haben wollen! Und ihr seid willige Instrumente dieser Leute, indem ihr als Demotivatoren für sie in der Welt herumstreift und versucht, jedem, der an echten Alternativen arbeitet, den Mut zu rauben und macht damit euren Glaubenssatz zu einer selffulfilling prophecy.</p>
	<p>Denn freilich <a href="http://www.taz.de/!81178/" target="_blank">gibt es sie schon</a> und gab es immer, die Alternativen. Aber mit neuen Medien, die das Broadcastingmonopol aufgehoben haben und  Kommunikation über Länder und Kontinente hinweg ermöglichen gibt es eine reelle Chance, diese an den Gatekeepern und den Schutzmechanismen der Camarillas vorbei sichtbar zu machen. Egal ob das Unternehmer sind, die einfach <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article13804136/Eine-Unternehmerin-bricht-mit-allen-Regeln.html" target="_blank">eigene Regeln aufstellen, was für sie &#8220;unternehmerischer Erfolg&#8221; bedeutet</a>, ob das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen" target="_blank">Konzepte sind, die von einem völlig anderen Menschenbild ausgehen</a>, oder Parteien, die solche &#8220;spinnerten&#8221; Konzepte <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/parteitag-der-piratenpartei-eine-generation-hat-wieder-eine-vision_aid_690749.html" target="_blank">trotz allen Spotts der Etablierten und Zyniker zu Politik werden lassen wollen</a>.</p>
	<p>Und die Nackt- und Substanzlosigkeit der &#8220;alternativlosen&#8221; etablierten Welt für alle sichtbar zu machen. </p>
	<p>Mik Check&#8230; <em>Mik Check&#8230;</em> - Der Kaiser&#8230; - <em>Der Kaiser&#8230;</em> &#8230;hat ja&#8230; <em>&#8230;hat ja&#8230;</em> gar nichts an! </p>
	<p>Einzig, freilich, worauf geachtet werden muss ist, dass die Versuche der &#8220;da oben&#8221;, dieses Medium, über das ihnen derzeit so an die Substanz gegangen werden kann, <a href="http://netzpolitik.org/2012/sopa-wer-sagt-was/" target="_blank">unter Kontrolle</a> - und damit außer Kontrolle von &#8220;jedermann&#8221; - zu bekommen, verhindert werden. Denn <a href="http://www.stopp-indect.info/?page_id=2&#038;lang=de" target="_blank">das versuchen sie massiv</a>. Und damit man nicht merkt, dass sie es sind bzw. dass es überhaupt stattfindet, versuchen sie es <a href="http://www.internet-law.de/2012/01/abschied-von-den-deutschen-grundrechten.html">über den Umweg EU</a>. Wo die Exekutive die Gewaltenteilung umgehen kann und in Form von Ministern Richtlinien  wie eine Legislative durchsetzen, die die echte Legislative dann gefälligst nur noch abzunicken hat. Weil sie - teils noch zu Recht - glauben, dass die EU erst bemerkt wird, wenn es zu spät ist. Aber auch <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/520/1/lang,de/" target="_blank">das ist zum Glück nicht mehr garantiert</a>&#8230;.</p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><b>Beobachtung 3:</b><br />
Warum eigentlich macht die BILD das mit Wulff, wo sie doch sonst drauf scheißt, ob jemand moralisch sauber agiert oder nicht? Jeder erinnert sich doch an die Jubelartikel über Guttenberg, selbst als dieser schon völlig enttarnt war? Ganz einfach: Wegen seiner Bemerkung zum Islam, der &#8220;zu Deutschland gehöre&#8221;. Eine andere Intention erscheint mir jedenfalls als unwahrscheinlich. </p>
	<p>Ich sehe das so: Weil Wulff diesen lichten Moment seines Redenschreibers nicht bemerkt hat, so dass er ihn nicht weggefiltert hat (das ist meine Vermutung, warum Wulff das überhaupt gesagt hat) wird er jetzt von der Springerpresse gemaßregelt. Die nur gewinnen kann: entweder er knickt ein und man macht ein Gentlemans Agreement, wie in diesen Kreisen üblich (wovon ich ausgehe, denn Mama Merkel und Busenfreundin Friede werden da schon für sorgen, denn wer soll denn da bitte Nachfolger werden? Ich tippe auf eine schöne &#8220;Aussprache&#8221; und danach ist Wulff mal irgendwann wegen irgendwas BILD-Gewinner. Und das Wort &#8220;Islam&#8221; sagt er nie wieder.)) </p>
	<p>oder BILD macht so lange weiter, bis sie einen Bundespräsidentenkopf im Trophäenschrank hat, mit dem sie in Zukunft verlorenes Drohpotential wieder erlangt hätte: <em>&#8220;Wir haben einen BP abgeschossen, was glauben Sie, was wir mit Ihnen machen, wenn Sie nicht tun was wir wollen! Und jetzt: hüpf! Hüpf!&#8221;. </em></p>
	<p>Und die restliche &#8220;Elite&#8221;, die Geldgeber, sie sind auch noch aus den Schlagzeilen, weil Wulff dann nicht, wie er eigentlich müsste, wegen seiner Vertuschungsversuche dieser &#8220;anonymen&#8221; 500.000 Eur zurücktritt sondern wegen angeblicher &#8220;Drohungen&#8221; (die ich &#8220;sinnloses Gejammer auf einen AB von irgendwem draufheulen&#8221; nenne, aber doch bitte keinen Angriff auf die &#8220;Pressefreiheit&#8221;, aber das geht ja heute keine Nummer kleiner mehr als quasi kurz vorm neuen Nazi-Deutschland, während per Staatstrojanern von mehreren Ministern munter konsequenzlos die Verfassung gebrochen wird und der Verfassungsschutz über 10 Jahre eine Terrorbande finanziert, die ungestört massenhaft Leute umnietet, und auch hier gibt es keine nennenswerten Konsequenzen bis heute) einem in meinen Augen islamophoben, schmierigen und nicht minder unmoralischen Hetzblatt gegenüber. </p>
	<p>Also Win Win Win für die BILD: die reichen Kumpels aus der Schusslinie, Schlagzeilen für Wochen, ständige Erwähnung bei bis dahin als seriös gegolten habenden Medien und damit Relevanz ohne Ende, und entweder ein immenser Machtgewinn für&#8217;s Droharsenal oder endlich wieder einen handzahmen BP, der der eigenen Hetze gegen den bösen Muselmann nicht mehr im Wege steht. </p>
	<p>Und eben deshalb ist mir diese ganze Affäre herzlich schnuppe. Und Teile Marina Weisbands Wunsch, dass es &#8220;schön wäre, einen Bundespräsidenten zu haben, der glaubwürdiger ist als die BILD-Zeitung&#8221;. So als Minimalforderung. Wenigstens.</p>
	<p><object width="450" height="259"><br />
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	<p>Und wer jetzt noch was über Kultur lesen will, etwas mit Substanz, der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=11811" target="_blank">klickt jetzt einfach hier noch drauf</a>.</p>
	<p>&nbsp;<br />
<a href="http://flattr.com/thing/1694/sagichdoch" target="_blank" style="border:0;"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Krieg der Banken&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 16:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Wirtschaft</category>
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		<description><![CDATA[	Ich habe zwar zur Ursache der Inflation in der Weimarer Republik eine etwas andere Meinung, und auch ein paar mal zu oft &#8220;ausländisch&#8221; vor dem Wort &#8220;Bank&#8221; suggerieren mir etwas zu stark, dass es da Unterschiede zu &#8220;inländischen&#8221; gäbe, als ob Banken nicht sowieso schon lange so international wären, dass eine irgend-&#8221;ländische&#8221; Zuordnung irgendeine Relevanz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Ich habe zwar zur Ursache der Inflation in der Weimarer Republik eine etwas andere Meinung, und auch ein paar mal zu oft &#8220;ausländisch&#8221; vor dem Wort &#8220;Bank&#8221; suggerieren mir etwas zu stark, dass es da Unterschiede zu &#8220;inländischen&#8221; gäbe, als ob Banken nicht sowieso schon lange so international wären, dass eine irgend-&#8221;ländische&#8221; Zuordnung irgendeine Relevanz hätte - aber im Großen und Ganzen ein höchst interessanter, höchst aufrührerischer Artkel, vor allem in Hinblick auf die allenthalben kolportierte Inflationspanik, die speziell hier in und von deutschen Medien geschürt wird und mit der derzeit alles abgebügelt wird, was nicht ins &#8220;alternativlose&#8221; Konzept passt.</p>
	<p>Und wieder überraschenderweise in der FAZ, der man wohl als letztes eine manische Linkstendenz nachsagen kann. Auch wenn man in letzter Zeit öfters dort was liest, was man eigentlich eher in einer Frankfurter Rundschau oder gar einer TAZ erwarten würde&#8230;</p>
	<p>FAZ: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oligarchie-der-finanz-der-krieg-der-banken-gegen-das-volk-11549829.html" target="_blank">&#8220;Der Krieg der Banken gegen das Volk&#8221;</a></p>
	<blockquote><p>[&#8230;]Bankstrategen haben gelernt, über ihre Pläne nicht demokratisch abstimmen zu lassen, nachdem die Isländer 2010 und 2011 es zweimal abgelehnt haben, der Kapitulation ihrer Regierung vor Großbritannien und den Niederlanden nach den massiven Verlusten isländischer Banken zuzustimmen. Und den Griechen, denen in diesem Herbst ein Referendum verwehrt wurde, blieb nichts übrig, als massenhaft auf die Straßen zu gehen, um ihren Widerstand gegen die von der Europäischen Zentralbank geforderten Privatisierungen zu zeigen.[&#8230;]</p></blockquote>
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		<title>re:publika 2012</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 12:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Persönlich</category>
	<category>Termine</category>
	<category>Netz</category>
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		<description><![CDATA[	Jaaaa, 2012 klappts endlich - das erste Mal. Das wird aber auch endlich mal Zeit  
	]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Jaaaa, 2012 klappts endlich - das erste Mal. Das wird aber auch endlich mal Zeit <img src='http://www.svenscholz.de/wp-images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
	<p><a href="http://re-publica.de/12/" style="border:0;  title="Meet me in action at re:publica 12" target="_blank" ><br />
<img src="http://re-publica.de/banner/300x250-1.png" alt="republica 12" /></a></p>
	<p>&nbsp;
</p>
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		<title>Fotos vom Wochende</title>
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		<comments>http://www.svenscholz.de/index.php/fotos-vom-wochende/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 20:17:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Persönlich</category>
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		<description><![CDATA[	Am letzten (Spät)Sommerwochenende des Jahres mit Freunden an Mosel und Rhein. Zum Fotos gucken ->hier lang.
	

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Am letzten (Spät)Sommerwochenende des Jahres mit Freunden an Mosel und Rhein. Zum Fotos gucken <a href="http://www.ipernity.com/doc/sven/album/251336" target="_blank">->hier lang</a>.</p>
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</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Blackpool Sands</title>
		<link>http://www.svenscholz.de/index.php/untitled/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 13:04:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Persönlich</category>
		<guid>http://www.svenscholz.de/index.php/untitled/</guid>
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		<title>Es wolkt&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 17:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Persönlich</category>
		<guid>http://www.svenscholz.de/index.php/es-wolkt/</guid>
		<description><![CDATA[	
  
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	</item>
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		<title>Wir basteln uns einen Aufstand</title>
		<link>http://www.svenscholz.de/index.php/wir-basteln-uns-einen-aufstand/</link>
		<comments>http://www.svenscholz.de/index.php/wir-basteln-uns-einen-aufstand/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 07:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Gesellschaft</category>
	<category>Medien</category>
		<guid>http://www.svenscholz.de/index.php/wir-basteln-uns-einen-aufstand/</guid>
		<description><![CDATA[	Betreffend die &#8220;frommen&#8221; Wünsche, abgefackelte Autos als Zeichen für eine drohende Jugendrandale nach englischem Vorbild deuten zu wollen: Ja klar, die Medien werden schon irgendwas herbeigeredet, provoziert und eskaliert bekommen. Da gehen Politik und Medien mal wieder Hand in Hand und machen sich die Welt, wie sie sie grade brauchen. Die einen für ihren Wahlkampf, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Betreffend die &#8220;frommen&#8221; Wünsche, abgefackelte Autos als Zeichen für eine drohende Jugendrandale nach englischem Vorbild deuten zu wollen: Ja klar, die Medien werden schon irgendwas herbeigeredet, provoziert und eskaliert bekommen. Da gehen Politik und Medien mal wieder Hand in Hand und machen sich die Welt, wie sie sie grade brauchen. Die einen für ihren Wahlkampf, die anderen für ihre Auflage. WinWin</p>
	<p>Bei facebook-Parties hat&#8217;s ja auch geklappt: die Parties wurden ja auch erst interessant zum wirklich hingehen und gucken, als die Boulevardmedien tagelang drauf aufmerksam machten und eine selffulfilling prohecy provoziert haben - dem normalen facebookuser war bis dahin diese Party völlig schnurz. Aber wenn BILD und SPON zusammen dem Mob sagen, dass er da hin muss kommt er auch brav und randaliert ein bisschen. Und BILD und SPON haben die nächste Schlagzeile frei Haus.</p>
	<p>Das ist in Wirklichkeit natürlich nicht so, dass gaanz &#8220;plötzlich&#8221; brennende Autos die soziale Schieflage in DE zeigen. IMO brennen mehr Autos (so es wirklich mehr als &#8220;sonst&#8221; sind), weil das von den Medien in Schlagzeilen umgesetzt wird. </p>
	<p>Wenn die Medien jetzt jeden Tag &#8220;Autowrack-Zählung&#8221; veranstalten, damit auch jeder merkt &#8220;Hey, das bringt ja was, auch &#8216;mein&#8217; Auto wird gezählt und macht eine Schlagzeile!&#8221; werden es jeden Tag mehr. Man macht sich da gerade (mal wieder) die Schlagzeilen selber. Und die Schlagzeilen werden jeden Tag größer. Und die Zahl der &#8220;Anschläge&#8221; jeden Tag mehr. Und die Schlagzeilen jeden Tag größer. Und die Zahl der &#8220;Anschläge&#8221; jeden Tag mehr. Und die Schlagzeilen&#8230; (tbc)</p>
	<p>Die soziale Schieflage gibts schon länger, mit üblen Auswirkungen auf die Gesellschaft, freilich - hat sich aber in DE in den letzten Wochen nicht von jetzt auf nachher signifikant so verschlimmert, dass jetzt hier in DE plötzlich mit mehr &#8220;Aufstand&#8221; zu rechnen wäre als noch vor einem Monat. Oder gar einem Jahr. Und im Vergleich zu anderen EU-Ländern sind die Verhältnisse noch ganz anders. Was nicht heißt, dass sie gut wären. Sondern nur, dass man an unseren Nachbarn sehen kann, wie schlecht sie sein müssen (und wie schlecht sie werden können und auch hier werden, wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert, davon bin ich überzeugt), um eine signifikante Reaktion, von Protest mit definierten und formulierten Zielen und Forderungen bis zu unreflektierter Gewalt als Ausdruck blinder Wut, Frust und Ohnmacht.</p>
	<p>Die brennenden Autos sind ein Popanz. Und vor lauter &#8220;die zünden Autos an!&#8221; wird gerade das, was Ausbrüche wie in London oder Paris verhindern könnte: das überföllige Angehen der Ursachen wachsender sozialer Spannungen, genau nicht weiter betrachtet. Weils ja grad so schön brennt, da lassen sich viel schönere Bilderstrecken zum Klicks generieren mit basteln. </p>
	<p>Und freilich auch die besseren politischen Aktionen als Reaktion drauf umsetzen: kleine Gesetzesverschärfung, ein paar Polizisten einstellen, fertig, es wurde was getan. Gegen die Autozündler.</p>
	<p>Gegen das Problem der sozialen Spannungen, die durch immer extremere soziale Unterschiede erzeugt wird, lässt sich nämlich nicht &#8220;mal eben schnell&#8221; was tun, selbst wenn jemand das wollte - es ist ja allerdings das Gegenteil der Fall, derzeit wird nach wie vor die Umverteilung von unten nach oben immer weiter getrieben und verstärkt.</p>
	<p>Weshalb auch kein Politiker, der schnell Schlagzeilen braucht (es ist Wahlkampf) sich damit die Finger verbrennen will. Und deshalb auch schön die Finger davon lässt. Er muss ja auch nix machen - die Medien liefern ja eine prima oberflächliche Alternative zum Thema&#8230;.</p>
	<p>Win Win<br />
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</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Dann wird das Wetter wieder schön&#8230;</title>
		<link>http://www.svenscholz.de/index.php/dann-wird-das-wetter-wieder-schon-2/</link>
		<comments>http://www.svenscholz.de/index.php/dann-wird-das-wetter-wieder-schon-2/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 07:34:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Persönlich</category>
		<guid>http://www.svenscholz.de/index.php/dann-wird-das-wetter-wieder-schon-2/</guid>
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		<title>Summer in the City. Not.</title>
		<link>http://www.svenscholz.de/index.php/summer-in-the-city-not/</link>
		<comments>http://www.svenscholz.de/index.php/summer-in-the-city-not/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 15:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Persönlich</category>
		<guid>http://www.svenscholz.de/index.php/summer-in-the-city-not/</guid>
		<description><![CDATA[	
  
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		<item>
		<title>London</title>
		<link>http://www.svenscholz.de/index.php/london/</link>
		<comments>http://www.svenscholz.de/index.php/london/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 14:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Gesellschaft</category>
	<category>Persönlich</category>
		<guid>http://www.svenscholz.de/index.php/london/</guid>
		<description><![CDATA[	Aus den Kommentaren zweier Google+ - Diskussionen (hier und hier) (u.a. gings auch um die Aussage &#8220;Ich habe kein Verständnis für Leute, die solcherlei Gewalt ausüben&#8221;)  kopier ich das mal hier hin, kann man als Blogpost direkt stehen lassen.
	Zur Einführung ein Zitat aus dem Blogposting &#8220;Panic on the Streets of London&#8221; von &#8220;Penny Red&#8221;
	[&#8230;]In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Aus den Kommentaren zweier Google+ - Diskussionen (<a href="https://plus.google.com/114185558894419156526/posts/KxWbt6mqMDL" target="_blank">hier</a> und <a href="https://plus.google.com/100859281707411966370/posts/YYn2TUhuKQj" target="_blank">hier</a>) (u.a. gings auch um die Aussage &#8220;Ich habe kein Verständnis für Leute, die solcherlei Gewalt ausüben&#8221;)  kopier ich das mal hier hin, kann man als Blogpost direkt stehen lassen.</p>
	<p>Zur Einführung ein Zitat aus dem Blogposting <a href="http://pennyred.blogspot.com/2011/08/panic-on-streets-of-london.html" target="_blank">&#8220;Panic on the Streets of London&#8221; von &#8220;Penny Red&#8221;</a></p>
	<blockquote><p>[&#8230;]In one NBC report, a young man in Tottenham was asked if rioting really achieved anything:</p>
	<p><i>&#8220;Yes,&#8221; </i>said the young man. <i>&#8220;You wouldn&#8217;t be talking to me now if we didn&#8217;t riot, would you?&#8221;</p>
	<p>&#8220;Two months ago we marched to Scotland Yard, more than 2,000 of us, all blacks, and it was peaceful and calm and you know what? Not a word in the press. Last night a bit of rioting and looting and look around you.&#8221;</i></p>
	<p>Eavesdropping from among the onlookers, I looked around. A dozen TV crews and newspaper reporters interviewing the young men everywhere ‘’’</p>
	<p>There are communities all over the country that nobody paid attention to unless there had recently been a riot or a murdered child. Well, they’re paying attention now.</p>
	<p>Tonight in London, social order and the rule of law have broken down entirely. The city has been brought to a standstill; it is not safe to go out onto the streets, and where I am in Holloway, the violence is coming closer. As I write, the looting and arson attacks have spread to at least fifty different areas across the UK, including dozens in London, and communities are now turning on each other, with the Guardian reporting on rival gangs forming battle lines. It has become clear to the disenfranchised young people of Britain, who feel that they have no stake in society and nothing to lose, that they can do what they like tonight, and the police are utterly unable to stop them. That is what riots are all about.</p>
	<p>Riots are about power, and they are about catharsis. They are not about poor parenting, or youth services being cut, or any of the other snap explanations that media pundits have been trotting out: structural inequalities, as a friend of mine remarked today, are not solved by a few pool tables. People riot because it makes them feel powerful, even if only for a night. People riot because they have spent their whole lives being told that they are good for nothing, and they realise that together they can do anything – literally, anything at all. People to whom respect has never been shown riot because they feel they have little reason to show respect themselves, and it spreads like fire on a warm summer night. And now people have lost their homes, and the country is tearing itself apart. [&#8230;]&#8221; </p></blockquote>
	<p>Ich war <a href="http://www.ipernity.com/doc/sven/album/229875?from=10319229&#038;at=1301872359" target="_blank">Ende März in England</a> und an dem Wochenende in London, als dort hunderttausende friedlich gegen die sozialen Kürzungen, die zur Rettung der Milliardäre beschlossen wurden, protestierten (die paar kleine Rangeleien am Rande zählen da nicht, bei der riesigen Anzahl Menschen) - am nächsten Tag wurde noch von den Zeitungen berichtet. Am übernächsten schon war es nie passiert. In Deutschland wurde es als Randnotiz in der 20Uhr-Tagesschau erwähnt. Der Rest der Welt dürfte es schlicht verpasst haben. </p>
	<p>Das <a href="http://worldblog.msnbc.msn.com/_news/2011/08/07/7292281-the-sad-truth-behind-london-riot" target="_blank">Argument&#8221; des Mannes im Video</a> stimmt auf eine fatale Art und Weise. Und genau das ist der Skandal. </p>
	<p>Die Aufforderung, &#8220;friedlich&#8221; zu protestieren erscheint in der Tat nurmehr als &#8220;&#8230;damit wir es ignorieren können&#8221;. Die hunderttausenden im März hatten keinerlei Auswirkung über den einen Tag hinaus. Das ist das Problem. Und wenn sich das nicht ändert werden wir bald mehr solche jungen Männer vor Kameras stehen sehen, die in Gewalt die einzige Möglichkeit sehen, sich wenigstens einmal in ihrem chancenlosen Leben &#8220;Gehör&#8221; zu verschaffen. Nicht nur in London.</p>
	<p>Aber das wird auch hier zu Lande keiner kapieren. Auch hier wird man glauben, dass das Hinsehen hinter die Kulissen, das Anerkennen, dass auch man selbst &#8220;Ursache&#8221; ist, weil man Menschen von der Teilhabe am Gemeinwesen, an Bildung und an Chancen abgeschnitten hat, ein Zeichen von &#8220;Schwäche&#8221; sei, die man &#8220;solchen Leuten&#8221; gegenüber nicht zeigen dürfe. &#8220;Die sollen sich halt mal am Riemen reißen&#8221;. Und &#8220;sich einen gescheiten Job suchen&#8221;. Anstatt &#8220;auf Kosten der Allgemeinheit&#8230;&#8221; - ach, halt, das ist ja, was wir hier bei uns unseren &#8220;Hartzies&#8221; sagen. Falsche Baustelle&#8230;. Die sind ja nur dumm, ungebildet, Verbrecher gar, Dealer, Kleinkriminelle, Drogensüchtige, Alkoholiker, Asoziale. Alle miteinander.</p>
	<p>Jedenfalls: <a href="http://www.zeit.de/2010/13/Wohlstand-Interview-Richard-Wilkinson/komplettansicht" target="_blank">Warum sie das sind, in einem westlichen Land, das selbst in einer Krise noch reicher als der größte Teil der Rest-Erde ist?</a> Diese Frage wird nicht angegangen. </p>
	<p>Blöd, denn die gesellschaftlichen Verlierer und Chancenlosen haben sich diese Frage inzwischen längst beantwortet. Und solange niemand hingeht und eine alternative Antwort gibt, weil man &#8220;kein Verständnis hat für die&#8221;, vor allem keine, die ihnen eine Perspektive gibt, die ihnen sagt &#8220;Doch, auch ihr seid Teil der Gesellschaft und deshalb wichtig und es wert , dass man sich auch um eure Sorgen und Not kümmert, gilt: wer schweigt oder verweigert stimmt zu und bestätigt deren Antwort: &#8220;Ihr wollt uns am Boden!&#8221;</p>
	<p>Dummerweise reagieren ohnmächtige Leute, die nichts mehr zu verlieren zu haben glauben und auch nicht mehr dran glauben, dass sie auch nur irgendwas zu gewinnen hätten, meist auf zwei mögliche Arten: völlige Resignation und Selbstaufgabe - oder aber blinde, auch selbstzerstörerische, Wut.</p>
	<p>&#8220;Verständnis&#8221; zu haben entschuldigt niemanden, etwas zu verstehen heißt nicht automatisch, etwas gut zu heißen. Aber Verständnis ist die Voraussetzung dafür, dass man überhaupt zu überlegen beginnen kann, was man ändern kann, damit sowas am besten schon  nicht eskaliert. Oder wenigstens  in Zukunft nicht mehr passiert. Wer Verständnis verweigert, verweigert die Möglichkeit, etwas zu ändern. Wer nicht versteht kann nicht rational handeln. Wer nicht versteht, obwohl er es könnte, handelt darüber hinaus unverantwortlich.</p>
	<p><b>Nachtrag:&lt;7b> Eine Reihe Links zum Thema</p>
	<p><a href="http://www.spreeblick.com/2011/08/11/tipps/" target="_blank">http://www.spreeblick.com/2011/08/11/tipps/</a><br />
<a href="http://www.taz.de/Strassenschlachten-in-Grossbritannien/!76052/" target="_blank">http://www.taz.de/Strassenschlachten-in-Grossbritannien/!76052/</a><br />
<a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1525244/" target="_blank">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1525244/</a></p>
	<p><a href="http://www.guardian.co.uk/uk/series/london-riots-live" target="_blank">http://www.guardian.co.uk/uk/series/london-riots-live</a><br />
<a href="http://www.guardian.co.uk/uk/2011/jul/29/young-people-gangs-youth-clubs-close" target="_blank">http://www.guardian.co.uk/uk/2011/jul/29/young-people-gangs-youth-clubs-close</a><br />
<a href="http://www.guardian.co.uk/society/joepublic/2011/aug/09/tottenham-young-people-riot-future" target="_blank">http://www.guardian.co.uk/society/joepublic/2011/aug/09/tottenham-young-people-riot-future</a><br />
<a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/aug/10/riots-reflect-society-run-greed-looting?CMP=twt_gu" target="_blank">http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/aug/10/riots-reflect-society-run-greed-looting</a></p>
	<p>Schon älter: </p>
	<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1119768/" target="_blank">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1119768/</a></p>
	<p><object width="480" height="390"><br />
<param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NUix9__vhOk?version=3&amp;hl=de_DE"></param>
<param name="allowFullScreen" value="true"></param>
<param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/NUix9__vhOk?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="390" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
	<p>&nbsp;</p>
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