Archiv des Monats: September 2008

Kunst ist Luxus und Musiker sind reich

oder hätten halt was vernünftiges lernen sollen, andere arbeiten ja auch noch neben ihrem Hobby. Das ist die Meinung in Deutschland, offensichtlich, schrob ich vor einigen Tagen im Singvøgel-Weblog in Hinblick auf die Bestrebungen der Politik, mal eben diese lästige Künstlersozialkasse abschaffen zu wollen. Ja, das ist akut vom Tisch. Nein, natürlich wird das nun alle paar Monate zur Disposition stehen, bis es irgendwann, zur Not halt Freitag abends kurz vor der Sommerpause, unbesehen durchgewunken wird. Wie so manches andere, das mehr oder weniger mit Kultur zu tun hat, ja auch, oft völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit, nur die Betroffenen kriegen es mit. Hinterher.

Wie die wirklich Realität aussieht kann man in sehr berührender Form bei Slidetone nachlesen, der über das Schicksal von Alex Parche (vielleicht kennt wer die Zeltinger Band?) berichtet – und über die Musiker-helfen-Musikern-Aktion der Zeitschrift „Gitarre & Bass“, mittels der Geld für die Rehamaßnahmen gesammelt wird. Die Unterstützerliste ist beeindruckend, ebenso wie die Sachspenden namhaftester Firmen. Eine tolle Solidarität, die man hier sehen kann.

Dass es diese Solidarität gibt ist erfreulich und ermutigend.

Dass sie offensichtlich bitter nötig ist, um einem ja nicht einmal unerfolgreichen Musikerkollegen mitten in Deutschland die notwendige medizinische Hilfe nach einem Schlaganfall zu ermöglichen ist mehr als peinlich für eines der reichsten Länder der Erde, das sich überdies gern selbstbeweihräuchernd eines der „Dichter und Denker“ nennt.

Mein Namensvetter schreibt denn auch leicht verwundert:

[…]Ich habe schon einige Male Support-Gigs für Musiker aus USA gespielt, die den Rest ihres Lebens dafür touren werden um offene Krankenhaus Rechnungen zu bezahlen. Und bis heute dachte ich, das das nur US-Musikern passieren kann […]

Aber Künstler, speziell Musiker, sind ja eh stinkreich. Oder hätten halt besser was vernünftiges gelernt. Spitzweg lässt grüßen. Aber davon hatten wir’s ja auch schon vor zwei Jahren mal.

In Bayern geht also die Welt unter

nur weil dort nach 40-jähriger Quasi-Monarchie auch endlich mal Zustände einkehren, wie sie im Rest der Republik – also in den halbwegs demokratisch regierten Ländern – seit Einführung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung schon lange Standard sind – bzw., auch für Bayern: sein sollten.

Spannend: Ob die Bayern wohl zurechtkommen, mit dieser ominösen „Demokratie“ Die haben ja regelrecht die Hosen voll, inklusive völlig hysterischer Medien, die mit der Situation auch irgendwie überfordert scheinen – hallo? Wahldesaster? Mit 46%? So kann man nur in Bayern rechnen.

Dass das Prinzip „Demokratie“ im Sinne: „alle Leute wählen lassen und am Ende schauen, wer eine Mehrheit hat“ für Bayern und speziell die CSU ein offenbar höchst befremdliches zu sein scheint zeigte sich ja schon im Umgang mit dem Umstand, dass sich für den CSU-Vorsitz doch tatsächlich zwei Menschen bewarben, sprich, nicht wie üblich einfach der Ausgeguggte abgenickt werden durfte (an was erinnert mich das denn eigentlich…) sondern eben – oh Gottotgottogott, welch Unerhörtheit – sich der gemeine CSUler doch tatschächlich entscheiden musste, wählen, ja gar die Macht haben, zu entscheiden, wer’s denn nun werden solle, auch wenn er nicht „Stoiber“ oder „dessen Seilschaft“ oder „wessen Seilschaft auch immer“ hieße.

Und nun hat dieser unglückliche Zustand also auch noch die Partei verlassen und das ganze Land erfasst. Auch Bayern entdeckt nun die Demokratie und den Pluralismus. Na dann: Schau’mermal.

P.S.: aber freilich: auch diese fundamentale Umstellung der bayrischen Lebensumstände fand wieder ohne Zutun oder sonstig relevante Beteiligung der SPD statt. Aber das hat wohl auch niemand ernsthaft erwartet. Weder von Bayern, noch von der SPD.

Kratzen?

Was soll denn das?? Seit wann muss ich noch vor meinem Geburtstag schon Autoscheibe freikratzen? Und damit wertvolle Minuten verlieren, so dass ich auch noch meinen Zug verpasse? Wo ist die Erderwärmung, wenn man sie mal braucht? Hängt irgendwo sinnlos in der Arktis rum, oder was, und ich darf mich in die morgendliche Rushhour einreihen! Nichtmal auf den Drecksklimawandel ist Verlass!

Fair Trade Festival 2008

Am 13. und 14. September 2008 findet in Würzburg das erste „Fair Trade Festival“ statt. Für grade mal 3€ Eintritt gibt es neben einer ganzen Menge interessanter Bands auch einen Haufen Infos zum Thema fairer Handel etc. und einen Marktplatz.

Und, natürlich nicht zu vergessen:
Am Sonntag ab 16:30 Uhr spielen die Singvøgel 😉

So, und jetzt ab ins Auto, denn damit das auch was gescheites wird muss nach zwei Wochen Inselurlaub dann doch nochmal besser das Programm durchgeprobt werden. Außerdem hab‘ ich extremen Schlagzeugentzug, und das ist auf Dauer nervig. Weniger für mich als für alle anderen, die mein auf-dem-Tisch-Getrommle etc. aushalten müssen, und mein „Ich bin nicht nervös, ich bin Schlagzeuger“ – Shirt ist grad in der Wäsche *g*

Wäre schön, den ein oder anderen am Sonntag zu sehen 🙂