Callcenter - oder: fĂŒr wie blöd halten die einen denn?
Ruft gerade eben ein Callcenter an, die ĂŒbliche Frage ob man ein paar Fragen fĂŒr âeine Umfrageâ? stellen dĂŒrfe. Ich bin guter Laune und entsprechend gespannt, was die heute probieren (Eine Umfrage âzum Thema NASAâ? wurde in Aussicht gestellt) und sage âOK, ausnahmsweise dĂŒrfen Sie mich fragenâ?, wohl wissend, dass diese âUmfrageâ? keine ist, denn sonst hĂ€tte der Mensch am anderen Ende der Leitung ja erstmal brav aufgesagt, fĂŒr wen und zu welchem Zweck die âUmfrageâ? stattfĂ€nde und auf welches EinverstĂ€ndnis sie sich berufen, mich anzurufen, wie EMNID, Wahlforschung, und wie sie alle heiĂen, bei denen ich schon echte Umfragen mitgemacht habe, es ĂŒblicherweise tun. Zumal ich neugierig bin, was die mich denn ĂŒber âdie NASAâ? zu fragen versuchen. Nach dem ĂŒblichen âIch hatte Ihren Namen nicht verstandenâ? und âUnd wie war nochmal der Name des Callcenters?â? und deren Beantwortung durfte der Mann also - explizit âausnahmsweiseâ? - loslegen.
Und so fragt er also als erstes, ob ich schon mal was von der NASA gehört habe. âKlarâ?, sagâ ich, ânatĂŒrlichâ?.
Die zweite Frage lautet dann, ob ich wĂŒsste, dass die NASA Teile fĂŒr den Bau von Robotern âherstelleâ?. âNeinâ?, sagâ ich, âdass die Teile selbst herstelltenâ? wĂŒsste ich nicht und ich sei auch eher der Meinung, âdie NASAâ? als Behörde wĂŒrde solcherlei Teile eher bei Firmen, die ĂŒber die Möglichkeit der Herstellung von speziellen Teilen verfĂŒgen, in Auftrag geben und kaufen oder entsprechende Forschung bei solchen Firmen oder speziellen Forschungseinrichtungen wie Unis (das MIT z.B., das bekanntermaĂen u.a. am Apollo-Programm mitarbeitete) o.Ă€. finanzieren.
Mit dieser zweiten Frage war âdie Umfrageâ? dann allerdings zu meiner offensichtlichen EnttĂ€uschung schon beendet. Ich dachte ja, dass man wenigstens den Anschein einer echten Umfrage wahrt und mindestens fĂŒnf, besser rund zehn Fragen stellen wĂŒrde, aber man wollte wohl schnell zum Ziel kommen. Als nĂ€chstes kam nĂ€mlich schon die AnkĂŒndigung man wĂŒrde âmichâ? (genuschelter Nebensatz: wenn ich âeinverstandenâ? sei) in eine Tombola geben und mich, wĂŒrde ich âgezogen werden, gegebenenfalls nochmal anrufenâ?.
So lachte ich also lauthals und meinte âHaha, nein, bitte machen Sie das HĂ€kchen unbedingt bei ânicht einverstandenâ, ich habe keine Lust, die nĂ€chsten Wochen stĂ€ndig irgendwelche Lotteriegewinne angeboten zu bekommenâ?. Der Mann sagte zu, dies zu tun.
Ich bedankte mich brav, dass ein Callcenter mehr mir Gelegenheit gegeben habe, meine Telefonnummer unter ânicht einverstanden, dass man anruftâ? gelistet zu haben, das erhöhe die Chancen, vielleicht einmal weniger mit Spamanrufen belĂ€stigt zu werden.
Schade, ob denn die nun nicht erfolgenden Anrufe fĂŒr die NKL oder die SKL erfolgt wĂ€ren, wollte er mir dann allerdings doch nicht mehr sagen.









