Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Archiv des Monats September, 2006

Resignation?

Es gäbe einen Haufen Kram, mal wieder, über den es sich zu schreiben lohnte, rein thematisch, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass darüber nicht schon seit Jahren immer wieder geschrieben würde ohne dass das irgendeine Relevanz zu haben schien.

Da ist die Diskrepanz zwischen jubelnder Wirtschaft mit Rekordgewinnen, die gleichzeitig aber immer noch tausende von Arbeitsplätzen abbaut, nebenher aber ihren Managern 30%ige Lohnsteigerungen angedeihen lässt, gleichzeitig den anderen Angestellten und Arbeitern nicht nur keinerlei Gehaltsaufbesserung gönnt, sondern im Gegenteil, mehr Arbeit fürs selbe Geld fordert, was einer Lohnkürzung entspricht, während die Arbeitslosen sich immer wieder mit modernen Versklavungen per 1-Euro-Jobs oder gar unentgeltlichem Reichsarbeitsdienst konfrontiert sehen und wenn sie sich dagegen wehren als “Sozialschmarotzer� verunglimpft werden - aber was soll ich darüber schreiben, was ich nicht schon vor Monaten oder gar Jahren geschrieben habe?

Dann gab es ja Demos in Ungarn, zu denen mir auffiel, wie unterschiedlich da ZDF und ARD drüber berichteten - in “heute� sprach man von friedlichen Großdemos, die am Ende “Dank� irgendwelcher Hools und Rechtsradikaler gewalttätig wurden, in der Tagesschau gab es ausschließlich “rechtsradikale Ausschreitungen�, von friedlichen und nicht-extremen Demonstranten war keine Rede.

Derweil ging es in Thailand ab, und auch hier habe ich bei den Mainstreammedien nicht durchgeblickt, was da nun wirklich los ist. Aber zum GlĂĽck gibt es ja Weblogs.

Dann heute früh in der Tagesschau, heißt es zur Lage der Ausbildungsplätze, dass dieses Jahr über 3000 Stellen mehr fehlen als letztes Jahr und mehr oder weniger wörtlich, dass die höhere Zahl daran läge, dass man nicht damit rechnete, dass so viele Jugendliche, die letztes Jahr schon leer ausgingen, sich dieses Jahr vöööllig überraschend nochmal versuchten irgendwo zu bewerben. Und ich fragte mich, ob denn die, die sowas schreiben eigentlich realisieren, was sie da schreiben. Oder spätestens der, der einen solchen offensichtlichen Käse vorlesen muss, nicht innerlich gepeinigt aufschreit ob der Hirnrissigkeit des da zu lesenden. Ich mein - was sollte denn ansonsten mit denen passieren? Lösen die sich normalerweise in Luft auf, wenn das Jahr rum ist? Oder muss ich mal nachschauen, ob die Suizidrate stärker gesunken ist als erwartet? Manchmal fragt man sich echt, was so manche da im Wasser haben, das tut doch physisch weh, im Hirn.

Ansonsten hab’ ich mir vor ein paar Tagen eine fette Bänderdehnung im Bassdrumfuß zugezogen, die ich jetzt schnellstens auskurieren muss, um den Gig am 6. Oktober nicht zu gefährden. Nach einem Wochenende mit einem Ibuprofenspiegel von 1600mg und einer halben Familientube Voltaren geht das inzwischen auch ohne Schmerzmittel, aber auftreten ist halt nach wie vor nicht.

Naja, und dann gibt’s ja noch meine für manche etwas seltsameren “Special Interest�-Themen, die ich aber bekanntermaßen wo anders beackere. Da habe ich gestern Nacht mal einen bösen Artikel schreiben müssen. War einfach mal nötig.

Kommentar

Nächtliche Begegnung

Salamander

salamander

(Leider hatte ich nur das Handy zum Fotografieren dabei.)

Kommentar

Die Welt der Berater und Beratenen

Meine Güte, da will jemand Firmen dahin gehend beraten, wie sie im Internet kommunizieren können und hat nichts besseres zu tun, als eine Firma, die auf einen Vorschlag jenes Beraters nicht eingeht, namentlich zu nennen und in meinen Augen auf eine Weise zu schreiben, die ich schon eher als “eingeschnapptes runtermachen� bezeichnen würde. Inklusive den Marketingchef der Firma, die seine Dienste offensichtlich abzulehnen wagte, zu zitieren, indem eine mit Sicherheit nicht unbedingt für die breite Öffentlichkeit gedachte Aussage, die ich mir eigentlich nur als eine irgendwie “im Vertrauen� getätigte vorstellen kann, in ebendiese Öffentlichkeit gezerrt wird? Was ist denn das bitte für eine Kommunikationskultur, die da vertreten wird?

Zu seriöser Beratung gehört zu aller erst Vertrauen. Ich bezweifle stark, dass es dem Vertrauen in einen Berater und dessen Kompetenz zuträglich ist, eine solche Reaktion auf einen gescheiterten Akquiseversuch zu zeigen. Einmal, was die Vertraulichkeit zwischen Beratendem und (egal ob erstmal nur potentiell) Beratenem betrifft, und zum anderen, wenn das ganze auch noch in und um das Medium geschieht, das ziemlich im Zentrum meiner angeblichen Kernkompetenzen liegt.

[ironie]Naja, unter Umständen ist Herr Huber auch einfach so erfolgreich, dass er gleich mal von vornherein potentielle Kunden abschrecken will, das würde mir einiges erklären… [/ironie]

Ich kann langsam verstehen, warum man in Firmen nur noch mit Vitamin B und Empfehlung reinkommt: da besteht wenigstens der Ansatz einer Wahrscheinlichkeit, dass da jemand vertrauenswürdiges und professionelles zur Tür reinkommt. Und muss mich nicht wundern, wenn ich bei potentiellen Neukunden erstmal einen Haufen Arbeit in die Aufgabe stecken muss, gegen ein tief verwurzeltes Misstrauen in die ganze Branche anzukämpfen. Denn es scheint ja wirklich nicht unberechtigt zu sein, wie auch schon in der klassischen Werbung.

Ein solches Verhalten jedenfalls bestätigt mal eben eher sämtliche Vorurteile und Klischees, die mit dem Thema Beratung, speziell wenn das Internet dabei ist, verknüpft sind. Wenn ich das für “kontraproduktiv� halte, dann ist das im Vergleich dazu, was mir da sonst noch auf der Zunge läge, sehr höflich ausgedrückt.

Und was die dort zu findenden Thesen zu Blogs als Marketinginstrument betrifft, da sag’ ich schon mal lieber grad garnix zu, da sind die Meinungen schon sehr verschieden… (via lawblog)

Nachtrag: Ach, ich bin ja mal wieder völlig hintendran. Aber ich habe eine Ausrede, denn ich habe die letzten Tage hauptsächlich damit zugebracht, für die kommenden Singvøgel-Konzerte zu proben, und das ist dann doch befriedigender, als sich hypige Worthülsenakrobatik anzutun, die direkt der yuppigen Golf-Generation der späten Neunziger zu entstammen scheint :-)

Kommentar